Plattdütsch gistern un hüt

2-LP LITERA 8 65 282/283
Covertext:
In der mecklenburgischen Mundart sind jahrhundertelange Erfahrungen derjenigen Menschen aufgehoben, die diese Sprache gesprochen und auf ihre Weise gepflegt haben: der Fischer und Schiffer, der Häusler, Gutsarbeiter, der Bauern und Handwerker; Plattdeutsch war seinem Charakter nach nicht die Sprache der Gutsbesitzer und Fabrikanten, es war die Sprache der „einfachen Menschen“. Das Plattdeutsche ist keine Sprache für komplizierte technische oder soziologische Erläuterungen aber es ist eine Sprache, in der sich ein ursprünglicher Humor, eine volkstümliche Witzigkeit, die schlichte Sinnlichkeit elementarer Seelenregungen vergegenständlicht hat.
Es ist die Sprache des Liebesliedes „Dat du min Leewsten büst“, des Spottliedes von „Herrn Pastuhrn sin Kauh“, der derb-drastischen „Läuschen un Rimels“, aber es ist auch die Sprache der rebellischen Verserzählung „Kein Hüsung“.

Kurt Batt



Im 15. Jahrhundert ist das Niederdeutsche noch die allgemeine Verkehrssprache in ganz Norddeutschland, im ganzen Ostseeraum und am Südrand der Nordsee bis nach Flandern.
Die hervorragendsten literarischen Zeugnisse dieser Zeit sind „Reinke de Voss“ (die umfassendste und schärfste Satire auf den mittelalterlichen Staat), das Volksbuch vom Till Eulenspiegel und das Störtebecker – Volkslied.
Mit dem Niedergang der Hanse und den groben ökonomischen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Umwälzungen im 16. Jahrhundert hört das Niederdeutsche auf, Schriftsprache zu sein; es bildet sich auf hochdeutscher (ostmitteldeutscher) Basis die deutsche Nationalsprache heraus.
Der Begriff „niederdeutsch“ bezeichnet jetzt nicht mehr eine sich über eine Vielzahl von Mundarten erhebende einheitliche Verkehrs- und Schriftsprache, sondern wird zu einer Sammelbezeichnung für eine Reihe sprachgeschichtlich nahe verwandter Dialekte.
Seit dieser Zeit spricht man synonym zum Niederdeutschen auch vom „Plattdeutschen“ wobei „Platt“ verstanden wird als „Schlichtes, Derbes“ im Gegensatz zu der damals aufkommenden deutschen Hochsprache.
Das Niederdeutsche bleibt jedoch auf dem Dorf und auch im privat-familiären Bereich in der Stadt noch lange die herrschende Verkehrssprache. In der Literatur beschränkt es sich auf die Genres der Volksdichtung, auf Schwänke, Sagen, Märchen, Sprichworte und Lieder.
Im Zusammenhang mit der kräftigen das ganze Volk erfassenden, antifeudalen nationalen Bewegung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts findet eine Rückbesinnung auf Volksdichtung und Volksüberlieferungen statt; auch das Niederdeutsche wird für die Literatur neu entdeckt, wird nochmals Literatursprache. Die bedeutendsten Dichter in niederdeutscher Sprache, sozusagen ihre Klassiker, sind Klaus Groth, Fritz Reuter und John Brinckman. Sie haben zur Entwicklung unserer Nationalliteratur nicht unwesentlich beigetragen. Vor allem Reuter gelingt es, regionale Vorginge mit den gesamtnationalen, ja mit den welthistorischen Geschehnissen jener Zeit zu verbinden.
In der Nachfolge dieser Dichter entsteht eine kaum übersehbare Flut von niederdeutscher Literatur aller Genres, die sich in unterschiedlicher Qualität bis in unsere Tage fortsetzt.
In der DDR nimmt die Pflege der niederdeutschen Mundart einen fest umrissenen Platz ein; denn trotz aller Veränderungen, die in der Sprachsituation im Norden der DDR eingetreten sind, spielt das Niederdeutsche auch heute eine nicht unbedeutende Rolle.
Seine Pflege gehört zu den Aufgaben des 1978 auf Beschluß des Ministerrates der DDR gegründeten mecklenburgischen Folklorezentrums für die drei Nordbezirke der DDR.
Die niederdeutsche Mundart ist Umgangssprache für einen großen Teil der hier lebenden Bevölkerung und nach wie vor am Arbeitsplatz, in der Familie, in der Stadt und im Dorf lebendig. Bezeichnend für die Beliebtheit des Plattdeutschen ist u. a. der große Zuspruch, den die alljährlich nach Hunderten zählenden Aufführungen der acht niederdeutschen Bühnen, die zahlreichen Vortragsveranstaltungen in Zirkeln und Freundeskreisen des Kulturbundes und die regelmäßigen niederdeutschen Sendungen des Rundfunks finden, aber auch die starke Nachfrage nach plattdeutscher Literatur und Volksdichtung sowohl ihrer klassischen Vertreter wie von Autoren unserer Tage (z. B. Fritz Meyer-Scharffenberg, Berthold Brügge) – ein Bedarf, der in den letzten Jahren sogar angestiegen ist.
Die Arbeiterklasse hat immer an der Mundart und an der mundartlichen Volkskultur festgehalten, die für sie ja nie – wie für die Vertreter der herrschenden Klassen und Schichten – mit dem Odium des Minderwertigen verbunden war. Daher haben die Führer der Arbeiterklasse wie Karl Marx, Friedrich Engels, Franz Mehring, Clara Zetkin und Ernst Thälmann das auf der niederdeutschen Volkskultur aufbauende Werk Fritz Reuters stets geachtet; auch wurden die niederdeutschen Traditioncn von Vertretern der Arbeiterklasse ständig schöpferisch weiterentwickelt. Durch den Aufbau der entwickelten sozialistischen Gesellschaft wurde in der DDR die plattdeutsche Mundart von einer vorwiegend „sozialen Sprache“ (Sprache als Ausdruck der Zugehörigkeit zu einer sozial unterdrückten Klasse oder Schicht) zu einem gewissermaßen zusätzlichen Kommunikationsmittel, über das viele Werktätige aus dem Norden unserer Republik verfügen und cliis sic in bestimmten Gcsprächssituationen verwenden. Mundart und Hochsprache sind daher für uns keine Gegenszätze, sondcrn ergänzen sich gegenseitig und bereichern die Vielfalt unserer sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten. –

Kurt Tucholsky: Plattdeutsch
Manchen Leuten erscheint die plattdeusche Sprache grob, und sie mögen sie nicht. Ich habe diese Sprache immer geliebt; mein Vater sprach sie wie hochdeutsch, sie, die „vollkomnere der beiden Schwestern“, wie Klaus Groth sie genannt hat. Es ist die Sprache des Meeres. Das Plattdeutsche kann alles sein: zart und grob, humorvoll und herzlich, klar und nüchtern und vor allem, wenn man will, herrlich besoffen ... Es ist jener Weg, den die deutsche Sprache nicht gegangen ist, wieviel kraftvoller ist da alles, wieviel bildhafter, einfacher, klarer – und die schönste Liebesgedichte, die der Deutsche hat, stehen auf diesen Blättern. Vieles davon ist nun in die Hände dumner Heimatdichter qefallen, die der Teufel holen möge – scheinbar gutmütige Bürger, unter deren rauchgeschwängerten Bärten der Grog dampft und die die kraftvolle Männlichkeit ihrer alten Sprache in einen fatalen Brei von Gemütlichkeit umgelogen haben – Oberförster des Meeres.
Manche haben sich den Bart abrasieren lassen und glauben nun, wie alte Holzschnitte auszusehen – aber es hilft ihnen nichts; kein Wald rauscht ihnen, kein Meer rauscht ihnen, ihnen rauscht der Bart.
Ihre Gutmütigkeit verschwindet im Augenblick, wo sie etwas verwirrt in die neue Zeit starren und auf den politischen Gegner stoßen, dann krabbelt aus ihnen ans Licht, was in ihnen ist: der Kleinbürger. Unter ihren Netzhemden schlägt ein Herz im Parademarsch. Das ist nicht unser Plattdeutsch, das nicht.



Über die Autoren und Quellen der Textauswahl

Richard Wossidlo (1859 - 1939), der bedeutendste Volkskundler Mecklenburgs, schon zu Lebzeiten als „Professor des Volkes“ geehrt, schuf mit der jahrzehntelangen, in zwei Millionen handgeschriebenen Notizzetteln festgehaltenen Sammlung mecklenburgischer Volksüberlieferungen den Grundstock für das „Mecklenburgische Wörterbuch“ und für die Arbeit des „Wossidlo-Archivs“ in Rostock, der größten Folkloreschatzkammer für das niederdeutsche Sprachgebiet. Auf Wossidlos Sammlung volkskundlicher materieller Kultur (Trachten, Arbeits- und Hausgeräte, Bauernmöbel u. a.) gehen auch die volkskundlichen Bestände des Historischen Museums Schwerin zurück.
Richard Wossidlo (1892, als der mecklenburgische Junkerlandtag eine Unterstützung der Veröffentlichung seiner Sammlung mecklenburgischer Volksüberlieferungen abgelehnt hatte):
Wenn dereinst (lann auch die unglaublich reichen Schätze der heimischen Mundart unseren Landsleuten vor Augen liegen zuerden, so wird Mecklenburg sich solchen Besitzes freuen dürfen und die Liebe zur Heimat aus der Erkenntnis von dem Reichtum unseres Volkes neue, frische Nahrung schöpfen. In keinem anderen deutschen Lande ist bisher eine solche überquellende Fülle ans Licht gebracht ... Zu dem Reichtum gesellt sich immense Tüchtigkeit: an vielen Punkten leuchtet die Echtheit und das Alter der Überlieferungen gerade unseres Volkes klar hervor.
Wolfgang Steinitz: Getragen von den werktätigen Schichten des Volkes spiegelt die Volksdichtung – die mündliche Dichtung der Volkslieder, Märchen, Rätsel u. a. – das gesellschaftliche Leben, die gesellschaftlichen Ideale, Wünsche und Hoffnungen wider. Volksdichtung, Volksmusik, Volkskunst, die das werktätige Volk selbst geformt und getragen hat, repräsentieren das Verhältnis des einfachen Menschen zur Kunst besonders klar und sprechen ihn daher auch heute noch aufs stärkste an. Daß gerade die unterdrücktesten Schichten auf dem Lande die wichtigsten Träger der Märchen und anderer Volksüberlieferungen waren, bestätigen einstimmig alle Sammler, die Angaben über die soziale Herkunft ihrer Gewährsleute machen. Tagelöhner, Schäfer, Maurer, Knechte waren die Hauptgewährsmänner des hervorragenden Sammlers Wossidlo in Mecklenburg.


Fritz Reuter (1810 - 1874) war die erste vernehmliche Stimme Mecklenburgs in der deutschsprachigen Literatur, und vor allem wegen seiner Verbundenheit mit dem Volk, seinen Nöten, Freuden und seinem Aufbegehren gegen die Unterdrücker, wurde er zum populärsten Schriftsteller seiner Zeit. Fortan verband sich der Gedanke an Mecklenburg und namentlich an das Mecklenburger Platt mit seinem Namen. Wer über dieses Land, seine Menschen und ihre Sprache, seine Geschichte, aber auch über die historische Wegstrecke, die uns von damals trennt, etwas erfahren will, wird zu einem Werk Reuters greifen.

Kurt Batt


Fritz Reuter, Vorwort zu „Läuschen und Rimels“: Meine Gedichte sind nicht wie vornehmer Leute Kinder mit kleinen Ohren und aristokratischen Händen, geschnürter Taille und zartem Teint in die Welt gesendet worden, die allenthalben rücksichtsvolle Aufnahme finden und sich dafür mit gesetzten, zierlichen Worten bedanken. Nein! Sie sind oder sollen sein eine Versammlung kleiner Straßenjungen, die in „roher Gesundheit“ lustig übereinander purzeln, unbekümmert um ästhetische Situationen, die fröhlichen Angesichts unter Flachshaaren hervorlachen und sich zuweilen mit der Torheit der Welt einen Scherz erlauben. Der Schauplatz ihrer Lust ist nicht das gebohnte Parkett fürstlicher Salons; ihre Welt ist der offene Markt, die staubige Heerstraße des Lebens, dort treiben sie sich umher, jagen und haschen sich, treten ernst umherstolzierenden Leuten auf die Zehen, rufen den heimwärtsziehenden Bauern ein Scherzwort zu, verspotten den Büttel, ziehen dem Herrn Amtmann ein schiefes Maul und vergessen die Mütze vor dem Herrn Pastor zu ziehen.
Clara Zetkin über die Dichtungen Fritz Reuters:
So ganz sind sie die Geschöpfe ihrer Heimat, daß sie plattdeutsch geschrieben werden mußten. Dieses eigenartige seelische Leben und Weben konnte sich nur in der Muttersprache, in der Mundart restlos ausströmen. Indem das geschah, wurde aber die künstlerische Gestaltungskraft dieser Mundart erwiesen. Reuter vollendete für das Plattdeutsche, was der größere Künstler Klaus Groth vor ihm begonnen hatte, was das Alemannische dem kleineren Dichter Hebel verdankt: Die Rehabilitierung als eines vollwertigen Instruments der Kunst. Schon diese Tat allein würde hinreichen, Reuter in der deutschen Literaturgeschichte unsterblich zu machen. Er hat aber diesem Ruhmestitel noch viele andere hinzugefügt.
Ernst Thälmann an seine Tochter Irma zum 17. Geburtstag 1936: „... lies die Werke unserer großen Dichter Goethe, Schiller, Lessing und unseren Fritz Reuter ...“


Diederich Georg Babst (1741 - 1800)
In Schwerin geboren, wirkte Babst nach einem juristischen Studium in Rostock als Procurator am Gericht und als Notar.
Von seinen plattdeutschen Gedichtwerken wurde „Allerhant snaksche Saken tum Tietverdriew“ am bekanntesten, kritisch-moralisierende Stimmungsbilder aus dem Rostocker Leben der damaligen Zeit, mit denen er in der Benutzung der niederdeutschen Sprache zum Vorläufer von Reuter und Brinckman wurde. Goethe nannte ihn einen „Natur- und Nationaldichter“, und seine Gedichte „Produktionen, welche sich neben den Arbeiten eines Gleichbürtigen gar wohl und löblich ausnehmen ... ergötzlich ist es zu sehen, wie ein Mann, in dem bürgerlichen Wesen selbst befangen, sich durch geniale Betrachtung darüber erhebt“.

Johann Heinrich Voss (1751 - 1826)
Geboren in Sommerstorf bei Waren in Mecklenburg. Enkel eines Leibeigenen. Mitglied und später Redakteur des Göttinger Dichterbundes (Hainbund), zu dem u. a. auch die Dichter Klopstock, Mathias Claudius und Gottfried August Bürger gehörten.
Verfaßte antifeudale Idyllen wie „Die Leibeigenen“ und „Junker Kord“ und wurde berühmt durch seine Homerübersetzungen. Er schrieb zwei Idyllen: „De Geldhapers“ und „De Winterawend“ in plattdeutscher Mundart. J. H. Voss gehört wie Babst - wenn auch von einer anderen Grundhaltung aus - zu den Vorboten der literarischen Entwicklung, die Jahrzehnte später zu Fritz Reuter und John Brinckman führt.
Arnold Rückstädt: Bleibt die von gesellschaftlichen Widersprüchen und scharfen Klassenantagonismen geprägte bäuerliche Sozialsphäre auch weitgehend aus der Idylle „De Winterawend“ ausgeklammert, so liefert Voss hier dennoch eine wirklichkeitsnahe Schilderung, in der er das urwüchsige, tüchtige und tugendhafte Landleben dem ungesunden und moralisch defekten Leben in den Städten entgegensetzt. Sein Credo auf das Ländliche mit all den positiven Werten geht aber nicht einher mit einem romantisch-irrationalen Sehnen oder gar mit einer Flucht aufs Land, sondern versteht sich als eine Solidarisierung mit dem Land.

John Brinckman (1814 - 1870)
Der dritte im „Dreigestirn“ der niederdeutschen Klassiker. In Rostock als Kapitänssohn geboren. In der Studentenzeit wie Fritz Reuter als „Demagoge“ verfolgt; ab 1849 als Lehrer in Gustrow tätig.
Hauptwerke: Die Gedichtsammlung „Vagel Grip“, die Erzählungen „Dat Brüden geiht um“, „De Generalreeder“, „Höger up“, „Uns Herrgott up Reisen“, „Mottche Spinkus un de Pelz“, „Peter Lurenz bi Abukir“ und sein erfolgreichstes Buch „Kasper Ohm un ick“, eine Rostocker Schiffergeschichte.
Kurt Batt: Zu den Kabinettstücken Brinckmanscher Erzählkunst gehört die Geschichte „Peter Lurenz bi Abukir“. Unbekümmert um die modische Gesellschaftserzählung knüpft Brinckman an die Überlieferungen des Lügenmärchens an ... Brinckmans Kunst besteht darin, daß die Schilderung der Vorgänge bei Abukir (1798) bis ins einzelne den historischen Fakten entsprechen, daß aber der Rostocker Kaufmann sich mit geradezu halsbrecherischer Einbildungskraft alle für den Nelsonschen Sieg auschlaggebenden Entscheidungen zuschreibt.

Max Dreyer (1862 - 1946)
Geboren in Rostock. Eroberte sich mit seinen Bühnenstücken „Der Probekandidat“, „Die Siebzehnjährigen“, „Das Tal des Lebens“, „Die Reifeprüfung“, „Das Sympathiemittel“ Theaterruhm und galt als „literarischer Entdecker der Ostsee“. Plattdeutscher Gedichtband „Nah Huus“.

Rudolf Tarnow (1867 - 1933)
Wurde vor allem durch seine Büche „Köster Klickermann“ und „Burrkäwers“ (6 Bände) bekannt, in denen die Schilderung der rückständigen mecklenburgischen Schulverhältnisse seiner Zeit noch heute für uns von Interesse ist.

Fritz Meyer-Scharffenberg (1912 - 1975)
Setzte in seinen „Dörpgeschichten“ beste niederdeutsche Erzählkunst in der DDR fort, wie auch seine hochdeutschen Übersetzungen von Fritz Reuters „Franzosentid“ und „Dörchläuchting“ niederdeutscher Denkart entspringen. In vielen seiner hochdeutsch geschriebenen Erzählungen und Romane (u. a. „Der Mann auf dem Kirr“, „Bootsmann Putt und seine Frauen“, „Die Grasinsel“, „Der Angstmann“), dazu in Sachbüchern wie „Zwischen Strom und Haff“, „Zwischen Meer und Bodden“ machte er sich zum Chronisten mecklenburgischer Geschichte und Geschichten.

Berthold Brügge (1909 - 1979)
Zuletzt Standardisierer in der Neptunwerft Rostock. Schrieb niederdeutsche Hörspiele, Funkszenen, Kurzgeschichten und Reportagen. Aus seinem umfangreichen Erzählwerk in dem Brügge vor allem die Welt der Fischer, Fahrensleute und Lotsen sowie Begegnungen im Alltag gestaltet, erschien 1977 im Hinstorff-Verlag der Band „Mit Oll Topp bie Kap Huurn un anner Geschichten“.

Rudolf Koth (geboren 1920)
Lehrer in einem Dorf des Bezirkes Schwerin und Mitglied des Zirkels schreibender Werktätiger in Gadebusch, „Geschichten ut Baekhusen“.

Gerda Uhthoff (geboren 1896)
Begann 1940 ihre dichterische Arbeit; zuerst hochdeutsche, dann niederdeutsche Lyrik. Ihre niederdeutschen Gedichte wurden in dem Band „Leiw’ Plattdütsch“ veröffentlicht, der 1964 in Schwerin erschien.

Zu Mecklenburgischen Volksüberlieferungen u. a.
Siegfried Neumann „Plattdeutsche Märchen. Volkserzählungen aus Mecklenburg“ Hinstorff 1968
„Geduld, Vernunft un Hawergrütt. Volksweisheit im Sprichwort“
Hinstorff 1970
„Ein mecklenburgischer Volkserzähler. Die Geschichten des August Rust“ Akademieverlag Berlin 1971
„Mecklenburgische Volksmärchen“ ebda. 1971
„Eine mecklenburgische Märchenfrau“ ebda. 1974

„Geschichten, Riemels und Lüüd’snack. Mecklenburgische Volksiiberlieferungen, gesammelt von Richard Wossidlo, neu herausgegeben von Ulrich Bentzien“ Hinstorff 1978

„Mecklenburg, ein Lesebuch“, herausgegeben von Kurt Batt.
Hinstorff 1978 (Band 1 der Hinstorff-Bokerie)
Hans Joachim Gernentz „Niederdeutsch gestern und heute“,
2. Auflage, Hinstorff 1980
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Buernros
von Fritz Meyer-Scharffenberg
Gerd Micheel

Weigenleed
von Herbert Nachbar
Musik: Wilhelm Meinke
Ivonne Schultze, Sopran
Rostocker Nonett,
Leitung: Jochen Renz

Die Königswahl unter den Vögeln
Märchen
Gerd Micheel

Müsballad
von Klaus Groth
Musik: Wilhelm Weismann
Universitätschor Rostock,
Leitung: Hans-Jürgen Plog

Die gröbsten Lügen
Märchen
Helga Gunkel

De Buer un de Paap
Volkslied
Satz, Gesang und Begleitung:
Joachim Piatkowski, Wolfgang Rieck

Stadt- und Landleben
von Johann Heinrich Voss
Gerd Micheel

Aus: Kein Hüsung
von Fritz Reuter
Helga Gunkel
Gerd Micheel
Ulrich Voß


Dat du min Leewsten büst
Volkslied
Satz: Hans-Jürgen Plog
Universitätschor Rostock,
Leitung: Hans-Jürge Plog


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Plattdütsch Lachen

von John Brinckman
Ulrich Voß

De Tigerjagd
von Fritz Reuter
Ulrich Voß

Mecklenburger Allerlei
Volkstanzpotpourri
Bearbeitung: Jochen Renz
Stabsmusikkorps der Volksmarine,
Leitung: Walter Hoffmann

Dat ’s dütsch
von John Brinckman
Helga Gunkel

Bäterung
von Max Dreyer
Ulrich Voß

Bannig düer Hochtied
von Fritz Meyer-Scharffenberg
Ulrich Voß

Vagel Kraan
von Fritz Meyer-Scharffenberg
Weise, Gesang und Begleitung:
Joachim Piatkowski, Wolfgang Rieck

Bloomen vör dat Warftdur
von Berthold Brügge
Gerd Micheel

Ick täuw up di
von Fritz Meyer-Scharffenberg
Helga Gunkel

Slaap, Kinning slaap
Volkslied
Satz: Siegfried Stolte
Universitätschor Rostock,
Leitung: Hans-Jürgen Plog


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Dat Fack
von Diederich Georg Babst
Ulrich Voß

Wat wull de Kierl?
von Fritz Reuter
Helga Gunkel

Dree Rosen
Liebeslied aus dem 16. Jhdt.
Satz, Gesang und Begleitung:
Joachim Piatkowski, Wolfgang Rieck

Von den Tätrower Häkt
Volksüberlieferung
Gerd Micheel

Bauernschläue
Volksüberlieferung
Ulrich Voß

Dat Best
von Fritz Reuter
Gerd Micheel

De Schah von Persien
von Friedrich Schult
Ulrich Voß

Die Teufelspferde
Volksüberlieferung
Gerd Micheel

Der Tod auf Scherben
Volksüberlieferung
Gerd Micheel

Auf dem Tanzboden
Redewendungen, Redensarten
Helga Gunkel
Gerd Micheel
Ulrich Voß


De ole Schipper
Volkslied
Gesang: Ernst Heise
Gitarre: Jürgen Frohriep

De Kock
Seemannserzählung
Ulrich Voß

De rode Näs
Seemannserzählung
Ulrich Voß

Prüfung
Schwank
Gerd Micheel
Ulrich Voß


Up de Mol
von Berthold Brügge
Musik: Jochen Allihn
Helmut Rehm, Bariton
Rostocker Nonett,
Leitung: Jochen Renz


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Vagel Grip
von John Brinckman
Ulrich Voß

Aus: Peter Lurenz bi Abukir
von John Brinckman
Gerd Micheel

Hal mi den Saalhund
Shanty
Satz: Jochen Renz
Reriker Heulbojen,
Leitung: Jochen Renz

De Schaulpatron
von Rudolf Tarnow
Ulrich Voß

De Klickermannschen Gören
von Rudolf Koth
Gerd Micheel

Maschin is dor
von Gerda Uhthoff
Helga Gunkel

De Kraepelstruuk
von Berthold Brügge
Gerd Micheel

Wat hew ick mine Heimat leew
von Berthold Brügge
Musik: Jochen Allihn
Helmut Rehm, Bariton
Rostocker Nonett,
Leitung: Jochen Renz

Adschüs
von John Brinckman
Gerd Micheel

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Auswahl und Zusammenstellung
Wort: Hans Joachim Theil
Musik: Jochen Renz

Regie: Jürgen Schmidt
Tonregie: Karl Hans Rockstedt