Kabale und Liebe
Ein bürgerliches Trauerspiel

von Friedrich Schiller

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3-LP LITERA 8 60 019-021
Covertext:
Am 28. Juni 1782 befiehlt Herzog Karl Eugen von Württemberg den Regimentsmedikus Friedrich Schiller zu sich auf das Lustschloß Hohenheim. Schiller gibt im Verhör zu. Ende Mai ohne die persönliche Genehmigung des Herzogs „außer Landes“ in Mannheim gewesen zu sein, allerdings vergebens, weil sein Schauspiel „Die Räuber“, das er ein zweites Mal sehen wollte, wegen Krankheit und Urlaub einiger Schauspieler nicht aufgeführt werden konnte. Der Herzog untersagt Schiller von nun an jede Beziehung zum „Ausland“ und bestraft ihn, damit er über Gehorsam und Untertanenpflicht nachdenke, mit vierzehn Tagen Arrest.

Vom 28. Juni bis zum 11. Juli befindet sich Schiller in Haft auf der Hauptwache in Stuttgart. Er benutzt die Zeit, an seinem „Fiesco“ weiterzuarbeiten. Vor allem aber denkt er über sein bisheriges Leben unter dem Zepter Karl Eugens, über seine Jugend und seine Erziehung auf der Karlsschule – die der Dichter Schubart treffend „Sklavenplantage“ genannt hatte – nach. Was ist aus ihm geworden, aus seinen Hoffnungen, seinen Träumen? Sein Schauspiel gegen die Tyrannen „Die Räuber“ mußte er heimlich außer Landes nach Mannheim schicken. Trotz der Leidenschaft, die das Publikum bei der Uraufführung entzündet hatte, trotz des Ruhmes, der sich seit diesem Tage verbreitete, ist er in seinem Vaterlande, in seiner Heimat ein Untertan und Knecht, ein Unfreier und Unterdrückter geblieben. Statt nach seiner Entlassung aus der Akademie eine ehrenvolle Aufgabe zu erhalten, wurde er ein einfacher Feldscher, Regimentsmedikus genannt, im armseligsten Regiment des Herzogs, bei den ausgedienten Grenadieren des Generals Auge. – Schiller überdenkt seine Lage und entscheidet sich, zwei Pläne auszuführen: der Zuchtrute Karl Eugens zu entfliehen und mit dieser Feudalgesellschaft auf seine Weise, dem wahren Wort und der Phantasie des Dichters, abzurechnen. Die ersten Entwürfe zu „Luise Millerin“ entstehen.

Nach seiner Entlassung aus dem Arrest versucht Schiller, seine Verbindung zum Nationaltheater in Mannheim zu festigen, damit seine Flucht ein Ziel und der neue Anfang einen Sinn bekommen können. Doch Intendant Freiherr von Dalberg antwortet nicht auf seine Briefe und Vorschläge. Ende August verschärft sich die Lage. Der Herzog nimmt eine Denunziation zum Vorwand, um Schiller jede Schriftstellerei zu verbieten, die nicht medizinischen Charakters ist. Karl Eugen droht mit Bestrafung und Festungshaft. Schiller muß das Schicksal des Dichters Christian Friedrich Daniel Schubart für sich fürchten, der im Verlies der Festung Hohenasperg schmachtet. Schiller weiß, wie grausam Kerkerhaft den Menschen zu zermartern vermag, nachdem er Ende 1781 auf besondere Erlaubnis seines Paten General Rieger den inhaftierten Schubart besucht hatte.

Alle Versuche, das Schreibverbot des Herzogs zu mildern oder aufzuheben, scheitern. Schiller entschließt sich zur Flucht und unternimmt sie am 22. September 1782 in Begleitung seines Freundes, des Musikers Andreas Streicher. Es folgen Wochen der Sorge vor den Nachstellungen des Herzogs und seiner Söldner, der Sorge um das tägliche Brot und das Dach über dem Kopf, der Sorge um die Annahme des „Fiesco“ durch Intendant von Dalberg. Mannheim, Frankfurt, Darmstadt, wieder zu Fuß nach Frankfurt, Mainz, Worms, Oggersheim, Mannheim – das sind die Stationen des Umherirrens, Stationen, auf denen sich das Manuskript der „Luise Millerin“ nur langsam und unter Druck, Mühen und Qualen erweitert.

Ende November ist es für Schiller klar, daß unmittelbare Hilfe auch in Mannheim nicht zu finden ist. Er folgt darum der Einladung seiner mütterlichen Freundin Henriette von Wolzogen und reist Anfang Dezember auf ihr kleines Gut Bauerbach bei Meiningen, wo er als „Dr. Ritter“ lebt, eifrig Studien betreibt und neben anderen Dichtungen besonders an „Luise Millerin“ arbeitet.

Ende Juli 1783 verläßt Schiller Bauerbach und fährt nach Mannheim, das Manuskript seines bürgerlichen Trauerspiels „Luise Millerin“ in der Reisetasche. Vermutlich hat Schiller in Mannheim nicht mehr viel an seinem Stück zu arbeiten gehabt und lediglich nach der langwierigen Diskussion mit der Intendanz und den Schauspielern diejenigen Veränderungen vorgenommen, die im Mannheimer Soufflierbuch festgehalten sind. Ein Vorschlag des Schauspielers August Wilhelm Iffland, des ersten Darstellers des Franz Moor, veranlaßte Schiller, den Titel seines Schauspiels zu ändern und es nunmehr „Kabale und Liebe“ zu nennen. Am 13. April 1784 fand die Uraufführung des bürgerlichen Trauerspiels in Frankfurt/Main durch die Theatertruppe Gustav Friedrich Wilhelm Großmanns, und am 15. April die Erstaufführung in Mannheim statt. In dieser Aufführung spielten: Beck den Ferdinand, Frau Beck die Luise, Beil den Miller, Böck den Präsidenten, Iffland den Wurm, Rennschüb den Kalb, Frau Rennschüb die Lady Milford.

Andreas Streicher, den Schiller zu sich in die Loge eingeladen hatte, berichtet in seinem Erinnerungsbuch „Schillers Flucht von Stuttgart“ über diese Mannheimer Erstaufführung: „Ruhig, heiter, aber in sich gekehrt, und nur wenige Worte wechselnd, erwartete er das Aufrauschen des Vorhanges. Aber als nun die Handlung begann – wer vermöchte den tiefen, erwartenden Blick das Spiel der unteren gegen die Oberlippe – das Zusammenziehen der Augenbrauen, wenn etwas nicht nach Wunsch gesprochen wurde – den Blitz der Augen, wenn auf Wirkung berechnete Stellen diese auch hervorbrachten – wer könnte dies beschreiben! – Während des ganzen ersten Aufzuges entschlüpfte ihm kein Wort, und nur bei dem Schlusse desselben wurde ein ,es geht gut‘ gehört. Der zweite Akt wurde sehr lebhaft, und vorzüglich der Schluß desselben mit so vielem Feuer und ergreifender Wahrheit dargestellt, daß, nachdem der Vorhang schon niedergelassen war, alle Zuschauer auf eine damals ganz ungewöhnliche Weise sich erhoben und in stürmisches, einmütiges Beifallrufen und Klatschen ausbrachen. Der Dichter wurde so sehr davon überrascht, daß er aufstand und sich gegen das Publikum verbeugte. In seinen Mienen, in der edlen, stolzen Haltung zeigte sich das Bewußtsein, sich selbst genuggetan zu haben, sowie die Zufriedenheit darüber, daß seine Verdienste anerkannt und mit Auszeichnung beehrt würden.“

Sich selbst und dem Publikum, für das sein bürgerliches Trauerspiel bestimmt war, genugzutun, das war die Aufgabe, die sich Schiller gestellt und die er erfüllt hatte. In seiner Mannheimer Rede „Was kann eine gute stehende Schaubühne eigentlich wirken“ („Die Schaubühne als eine moralische Anstalt betrachtet“), die Schiller einige Wochen später, am 26. Juni 1784 hielt, hat der Dichter die Aufgabe des bürgerlichen Nationaltheaters formuliert. Dort heißt es unter anderem: „Die Gerichtsbarkeit der Bühne fängt an, wo das Gebiet der weltlichen Gesetze sich endigt. Wenn die Gerechtigkeit für Gold verblindet und im Solde der Laster schwelgt, wenn die Frevel der Mächtigen ihrer Ohnmacht spotten und die Menschenfurcht den Arm der Obrigkeit bindet, übernimmt die Schaubühne Schwert und Waage und reißt die Laster vor einen schrecklichen Richterstuhl.“ In diesen und anderen Sätzen ist auch das Programm seines bürgerlichen Trauerspiels „Kabale und Liebe“ enthalten. Die Lasterhaften, die Bösewichter – kaum ein Begriff wird so oft im Stück gebraucht – in Gestalt des Präsidenten von Walter und seines Schergen Wurm: über sie richten Luise, Ferdinand und Miller und mit ihnen das Publikum in seinem Herzen und mit seinem Verstand. Die Szene wird zum Tribunal: Stück für Stück wird die Maske vom wahren Gesicht der herrschenden Klasse gerissen; was sichtbar wird, ist ihre Habsucht, ihre Mordgier und all die Laster, die die Feudalgesellschaft ausmachen. „Kabale und Liebe“: Iffland dachte nur an erhöhte Theaterwirksamkeit, als er diesen Titel vorschlug, Schiller sicher an mehr, als er zustimmte. Denn es geht um mehr als um das Schicksal eines einzelnen Menschen. Im Titel „Kabale und Liebe“ sind die Gegensätze prägnant und vollgültig erfaßt: Kabale, das ist die Welt des Hofes, das sind die Winkelzüge, das sind die Laster, das sind die Mittel und Wege, wie man Macht herstellt und Macht erhält. Liebe, das ist eine neue bürgerliche Welt, in der es reine Liebe, gute Handlungen, schöne Empfindungen, menschliches, uneigennütziges Denken und Wirken gibt.

Man ist versucht, Schillers Dramengestalten in seinem Leben und Erleben ausfindig zu machen. Dabei stößt man natürlich auf einzelne Züge, auf manche Porträtähnlichkeit. Nie aber findet sich das absolut übereinstimmende Vorbild in der Umwelt des jungen Schiller. Auch in der Literatur seiner Zeit fand sich manche Anregung, die er aufgriff – aber eben als Anregung. „Kabale und Liebe“ ist in Eigenart und Erfindung vollständig Schillers Werk. Es ist ein nationales Kunstwerk von überragender Bedeutung, weil es der Dichter verstand, die Wirklichkeit, das historisch Neue seiner Zeit in charakteristischen Zügen künstlerisch zu erfassen, weil Schiller die Erscheinungen und Gesetzmäßigkeiten der Gesellschaft im Besonderen der künstlerischen Form zu gestalten vermochte. In dem machtgierigen Präsidenten von Walter, dem dümmlich-aufgeblasenen Hofmarschall von Kalb und dem verschlagenen Sekretär Wurm zeigt Schiller typische Gestalten: ein Panorama der Bösewichter und Kabalenmacher an den deutschen Fürstenhöfen. Luise, ein bürgerliches Mädchen mit gesundem Verstand und reinem Herzen entfaltet im Verlauf der Handlung (besonders in der Szene mit Lady Milford) ihr bürgerliches Selbstbewußtsein und versteht es, diese Bürgertugend auch in ihrem geliebten Ferdinand, dem Adligen von Geburt, der durch Erziehung und Nachdenken zum gleichempfindenden Menschen geworden ist, zu entzünden. Dieses Hohelied bürgerlicher Moral und Schönheit wirkt auch auf die Lady Milford, ihre Wandlung und schließliche Abkehr vom Hofleben. Ihre Illusion über die Wirkungskraft eines Menschen gegen das Feudalsystem wird durch die Schilderung des Kammerdieners vollends zerrissen. Die Wandlung der Lady Milford hat dem Dichter manches Unverständnis und manches kritische Urteil eingetragen. Seine Entscheidung für diese Anlage der künstlerischen Gestalt wird jedoch verständlicher, wenn wir die Bedeutung der englischen bürgerlichen Literatur und Shakespeares im Deutschland der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bedenken. Im Sinne dieser Anschauung wird die Lady im Verlauf der Handlung zur Repräsentantin des fortgeschrittensten, bürgerlich-freiesten Landes der Zeit. Sie, die Adlige aus altem Geschlecht, denkt und handelt wie es die Ideale in ihrer Nation bestimmen. Diese Denkweise macht sie dem deutschen Bürger bewußt und ruft ihn auf, den Stolz auf die eigene Nation ebenso zu empfinden wie es in ihrem Lande der Fall ist. Auch Luises Vater vermag sich, gezwungen, seine Tochter und die bürgerliche Moral zu verteidigen, aus seiner geduckten Knechtseligkeit und Willfährigkeit aufzurichten und mit erwachtem Standesbewußtsein der Tyrannei die Stirn zu bieten.

„Kabale und Liebe“ ist ein Stück, das in der Absicht geschrieben wurde, auf den Geist des Bürgertums und der Nation zu wirken. In Schillers Mannheimer Rede heißt es: „Nationalgeist eines Volks nenne ich die Ähnlichkeit und Übereinstimmung seiner Meinungen und Neigungen bei Gegenständen, worüber eine andere Nation anders meint und empfindet. Nur der Schaubühne ist es möglich, diese Übereinstimmung in einem hohen Grad zu bewirken, weil sie das ganze Gebiet des menschlichen Wissens durchwandert, alle Situationen des Lebens erschöpft und in alle Winkel des Herzens hinunterleuchtet; weil sie alle Stände und Klassen in sich vereinigt und den gebahntesten Weg zum Verstand und zum Herzen hat. Wenn in allen unsern Stücken ein Hauptzug herrschte, wenn unsre Dichter unter sich einig werden und einen festen Bund zu diesem Endzweck errichten wollten – wenn strenge Auswahl ihre Arbeiten leitete, ihr Pinsel nur Volksgegenständen sich weihte – mit einem Wort, wenn wir es erlebten eine Nationalbühne zu haben, so würden wir auch eine Nation.“

Es besteht kein Zweifel, daß Schiller mit „Kabale und Liebe“ selbst das Beispiel schuf. Hatte er doch einen „Volksgegenstand“ ergriffen, der an Aktualität nicht zu übertreffen war: die Aussaugung des Landes, die Auseinandersetzung zwischen bürgerlicher and feudaler Moral, bürgerlichem und feudalem Denken und Fühlen sowie nicht zuletzt – der Verkauf der Landeskinder, um die Prunk- und Mätressenherrschaft der Höfe aufrechterhalten zu können. Die Furcht vor dieser Anklage war so verbreitet, daß die Theater – auch das Nationaltheater Mannheim – nicht wagen konnten, die Kammerdiener-Szene spielen zu lassen. Das Volk wußte um den Soldatenhandel der Fürsten: In den Jahren 1775 bis 1783 verkauften sie an England zur Unterdrückung der um ihre Unabhängigkeit kämpfenden Amerikaner allein 29166 Soldaten, wovon 11853 in fremden und fernen Ländern umkamen. Noch bis zum Ende des Jahrhunderts schlossen die Herzöge von Württemberg, Braunschweig, Hessen-Kassel und andere ihre Blutgeschäfte mit England und der Holländisch-Ostindischen Handelskompagnie ab. Im Volk verbreitet waren die anklagenden Gedichte Schubarts und das „Schön und wahrhaftig Soldatenlied“, das 1775 hessische Soldaten auf ihrer Abschiedsparade in Kassel gesungen hatten, bevor sie abtransportiert oder niedergestochen worden waren:
„Juchheisa, nach Amerika!
Dir, Deutschland, gute Nacht!
Ihr Hessen präsentiert’s Gewehr,
Der Landgraf kommt zur Wacht.
Ade, Herr Landgraf Friedrich,
Du zahlst uns Schnaps und Bier!
Schießt Arme man und Bein uns ab,
So zahlt sie England Dir!“

Schiller wußte seine persönlichen Erlebnisse und Eindrücke in so hohem Grade zu verallgemeinern, daß er mit seinem Anliegen, seinen Ideen und künstlerischen Gestalten den Nationalgeist seines Volkes erfassen konnte. „Kabale und Liebe“ ist eine Dichtung von nationaler Bedeutung, in der Schiller für bürgerliche Moral, bürgerliches Denken und Fühlen Partei ergreift. Friedrich Engels nannte darum „Kabale und Liebe“ das „erste deutsche politische Tendenzdrama“. Mit diesem bürgerlichen Trauerspiel entstand etwas Neues in der Geschichte der deutschen Dramatik: Noch Lessing hatte für „Emilia Galotti“ Italien als Ort der Handlung wählen müssen, Schiller konnte schon wagen, die deutschen Probleme in Deutschland abzuhandeln. Das Bürgertum stellte in dieser Periode der deutschen Geschichte zusehends höhere Ansprüche hinsichtlich seiner Stellung in der Gesellschaft. Schillers bürgerliches Trauerspiel war kühn in der politischen Aussage, doch das Bürgertum als Klasse war unentwickelt und gelangte nicht auf diese Stufe politischer Einsicht; in Frankreich siegte fünf Jahre später die bürgerliche Revolution, in Deutschland wirkten zeitweise nur die Ideale und Ideen, wurzellos, eine Verheißung und Hoffnung, die die bürgerliche Klasse nicht zu erfüllen vermochte.

Die Leistung Schillers und die Gültigkeit seines Werkes bleiben unangetastet; sie wirkten über ihre Zeit hinaus und wirken noch heute in die Zukunft. Franz Mehring urteilte über „Kabale und Liebe“: „Es erstieg eine revolutionäre Höhe, die das bürgerliche Schauspiel vordem nie erreicht hatte und nachher nie wieder erreichen sollte.“

Dr. Siegfried Seidel


Friedrich Schiller in „Rheinische Thalia“, (Ankündigung, 1784):
Ich schreibe als Weltbürger, der keinem Fürsten dient. Frühe verlor ich mein Vaterland, um es gegen die große Welt auszutauschen, die ich nur eben durch die Fernröhre kannte. Ein seltsamer Mißverstand der Natur hat mich in meinem Geburtsort zum Dichter verurteilt. Neigung für Poesie beleidigte die Gesetze des Instituts, worin ich erzogen ward, und widersprach dem Plan seines Stifters. Acht Jahre rang mein Enthusiasmus mit der militärischen Regel; aber Leidenschaft für die Dichtkunst ist feurig und stark wie die erste Liebe. Was sie ersticken sollte, fachte sie an. Verhältnissen zu entfliehen, die mir zur Folter waren, schweifte mein Herz in eine Idealenwelt aus – aber unbekannt mit der wirklichen, von welcher mich eiserne Stäbe schieden – unbekannt mit den Menschen –, denn die vierhunderte, die mich umgaben, waren ein einziges Geschöpf, der getreue Abguß eines und eben dieses Modells, von welchem die plastische Natur sich feierlich lossagte – unbekannt mit den Neigungen freier, sich selbst überlassener Wesen, denn hier kam nur eine zur Reife, eine, die ich jetzo nicht nennen will; jede übrige Kraft des Willens erschlaffte, indem eine einzige sich konvulsivisch spannte; jede Eigenheit, jede Ausgelassenheit der tausendfach spielenden Natur ging in dem regelmäßigen Tempo der herrschenden Ordnung verloren.
Präsident von Walter (am Hof eines deutschen Fürsten):
Erwin Geschonneck
Ferdinand - sein Sohn (Major): Horst Drinda
Hofmarschall von Kalb: Walter Jupe
Lady Milford - Favoritin des Fürsten: Inge Keller
Wurm - Haussekretär des Präsidenten: Herwart Grosse
Miller - Stadtmusikant: Martin Flörchinger
Dessen Frau: Friedel Nowack
Luise - dessen Tochter: Lissy Tempelhof
Sophie - Kammerjungfer der Lady: Annegret Golding
Ein Kammerdiener des Fürsten: Gerhard Bienert
Bediente: Egon Herwig, Gerhard Schulz

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von Friedrich Schiller

Regie: Erich-Alexander Winds
Regie-Assistenz: Dietrich Liebscher