Ins Märchenland mit den Brüdern Grimm 2

auch

Die Bremer Stadtmusikanten
Märchen der Brüder Grimm
(andere Cover- und Titelversion)
LP LITERA 8 60 072
Covertext:
Dem Märchen wohnt eine eigenartige Wirkungskraft inne. Nicht nur an den Kindern übt es seine Macht aus – auch die Erwachsenen erfahren wieder und wieder seinen Zauber.

Seit der französische Dichter Charles Perrault gegen Ende des 17. Jahrhunderts (1696/97) – entgegen der allgemeinen Ansicht, die das Märchen als „Ammengeschwätz“ abtat – das Volksmärchen in die Literatur einführte, ließ der Reiz, der von ihm ausging, die Dichter, die Leser und die Forscher nicht mehr los. In Frankreich begannen die Dichter auf ihre Weise Märchen – Feenmärchen – zu schreiben, und auch die deutschen Dichter versuchten diese Anregungen zu nutzen. Der Weimaraner J. K. A. Musäus gab seine heute noch lebendigen ironisch-geistreichen „Volksmärchen der Deutschen“ (1782/87, 5 Bände) heraus – die „Rübezahl“-Märchen gehören dazu –, und Ch. M. Wieland schrieb seine zauberhaften Märchen-Epen, darunter den „Oberen“. J. G. Herder war es dann, der zum erstenmal auf den großen Wert des Märchens als einer Dichtung des Volkes hinwies, er war es auch, der „Lieder der Völker“ zu sammeln begann. Auch die Klassiker schätzten das Märchen sehr hoch, und Goethe komponierte mit spürbarer Freude einige wunderschöne Märchendichtungen, die aber leider nur sehr wenig bekannt geworden sind. Für die Romantiker schließlich wurde das Märchen zum Lieblingskind: „Alles Poetische muß märchenhaft sein“ – stand als Leitsatz über ihrem dichterischen Schaffen. Man kann dazu stehen wie man will – eines ist gewiß. Dieser tiefen Liebe der Romantiker zum Märchen verdanken wir einen unverlierbaren Schatz unserer Kultur – die „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm. 150 Jahre sind vergangen, seit diese Sammlung dem deutschen Volk zum erstenmal vorgelegt wurde, und das, was Wilhelm Grimm bereits am 14. Oktober 1815 an seinen Bruder Jacob schreiben konnte, ist heute ebenso wahr: „Die Märchen haben uns in aller Welt bekannt gemacht.“

Die Brüder Grimm wurden in eine bewegte Zeit hineingeboren. Als der ältere von ihnen, Jacob, geboren wurde, erkämpfte sich das amerikanische Volk seine Unabhängigkeit und Freiheit, als er vier Jahre alt war, erhob sich das französische Volk zum Sturm auf die Bastille – die Französische Revolution erschütterte bald darauf ganz Europa. Als der jüngere der Brüder, Wilhelm, zwanzig Jahre alt war, wurde Preußen von Napoleon bei Jena und Auerstadt vernichtend geschlagen, legte der österreichische König die deutsche Kaiserkrone nieder, gründete Napoleon die Rheinbund-Staaten. 1813 – ein Jahr nach dem Erscheinen des ersten Märchenbandes der Brüder Grimm – erhoben sich die Völker Europas erfolgreich gegen die napoleonische Fremdherrschaft,und 1815 – in demselben Jahr, in dem der zweite Band der Märchensammlung veröffentlicht wurde – betrogen die Fürsten ihre Völker um die Früchte ihres Sieges über die Heere des Franzosenkaisers: Auf dem Wiener Kongreß wurde die Heilige Allianz gegründet, das Bündnis der reaktionärsten Kräfte, die bald darauf alle fortschrittlich gesinnten Menschen zu verfolgen begannen. Auch die Brüder Grimm waren den Schikanen ihres fürstlichen Arbeitgebers ausgesetzt, der sie zudem nur kärglich besoldete. Sie folgten daher im Jahre 1829 dem Ruf der Universität Göttingen, hier als Lehrer und Bibliothekare zu wirken. Doch auch diese Tätigkeit war nicht von Dauer. Als – im Jahre 1837 – der neue Hannoveraner König die vom Volk (1830) erkämpfte Verfassung für ungültig erklärte und die Ständeversammlung kurzerhand auflöste, gehörten die Brüder Grimm zu den sieben Göttinger Professoren, die in einer an den König gerichteten Erklärung gegen den Verfassungsbruch protestierten. Um die Sympathiekundgebungen des Volkes und der Göttinger Studenten abzuwürgen, wurden die „Göttinger Sieben“ ihres Amtes enthoben, und Jacob Grimm und zwei weitere Professoren sogar des Landes verwiesen. Doch ihre mutige Tat blieb nicht ohne Wirkung. Aus allen Kreisen der Bevölkerung ganz Deutschlands kamen Geldspenden, um wenigstens den Lebensunterhalt dieser Männer zu sichern. Im darauffolgenden Jahr gingen die Brüder Grimm auf das Angebot der Verleger Reimer und Hirzel ein und begannen an dem seit zwei Jahrhunderten geplanten großen deutschen Wörterbuch zu arbeiten, das erst vor etl. Jahren (1961) fertiggestellt werden konnte und jetzt 32 Bände umfaßt. 1840 wurden die Brüder Grimm, die damals schon als Gelehrte von hohem Rang geschätzt wurden, dann endlich an die Universität nach Berlin berufen. Im Revolutionsjahr 1848 erschien von Jacob Grimm eine „Geschichte der deutschen Sprache“, die sich direkt an das deutsche Volk wandte und es „von der Sprache her“ aufrütteln sollte zum Kampf für Einheit und Freiheit. Doch die Revolution erreichte ihre Ziele nicht, weil das liberale Bürgertun nicht die Interessen der Volksmassen vertrat, und die Bemühungen des Frankfurter Parlaments (dem auch Jacob Grimm angehörte), die deutsche Einheit zu schaffen, schlugen fehl. Die drückenden politischen Verhältnisse der Folgezeit lasteten auf den Brüdern Grimm ebenso wie auf den meisten ihrer Zeitgenossen. Die letzten Lebensjahre der Brüder Grimm gehörten ganz ihrer Arbeit – mit ihr wurden sie zu den Begründern der deutschen Sprachwissenschaft. Über ein Jahrhundert ist nun vergangen, seit die Brüder ihre Augen für immer schlossen – ihre Leistungen sind unvergessen, nicht nur in Deutschland, sondern bei allen Kulturvölkern der Welt, doch wenn irgendwo ihr Name genannt wird, dann denkt man vor allem an ihre Kinder- und Hausmärchen-

Angeregt durch ihren Marburger Universitätslehrer Savigny, der in seinen Studenten den Sinn für das Studium der Geschichte und den Glauben an die Kraft des Volkes geweckt hatte, noch mehr wohl aber durch Clemens Brentano und Achim von Arnim, die Herausgeber der Volksliedsammlung „Des Knaben Wunderhorn“, zu der auch die Grimms einige Stücke beigetragen hatten, begannen die Brüder Märchen des Volkes zu sammeln und aufzuschreiben, um damit ein weiteres Stück Volksdichtung zu retten. Das war nicht leicht. Sie mußten sich die Menschen suchen, die Märchen zu erzählen wußten; viele, viele Helfer wurden dabei herangezogen, doch das meiste Glück hatten die Grimms mit älteren Frauen vom Lande: Die Mehrzahl der Märchen des ersten Bandes erzählte ihnen die „alte Marie“, die Märchenfrau des zweiten Bandes war Dorothea Viehmann, von der 21 der schönsten Märchen stammen. Anders als Brentano und Arnim, die mehr bemüht waren, „etwas daraus zu machen“, verfuhren die Brüder Grimm mit diesem Schatz. Sie sahen in den Märchen Zeugnisse der Poesie des Volkes und behandelten sie als solche: Sie fühlten sich als Sammler und Bewahrer, sie waren immer bemüht, das Volkstümliche ihrer Märchen zu erhalten. Wilhelm Grimm, der später die meisten Ausgaben der Märchen betreute, wollte mit ihnen tätig auf die Gegenwart einwirken: „... erfreue, wen sie (die Sammlung) erfreuen kann, und darum auch, daß ein eigentliches Erziehungsbuch daraus werde“ – wünschte er. Die Kinder- und Hausmärchen wurden mehr als das – sie wurden ein echtes, wahres Volksbuch. Und das sind sie bis zum heutigen Tag geblieben.

Hannelore
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DIE BREMER STADTMUSIKANTEN

Esel: Erik S. Klein
Hund: Walter Richter-Reinick
Kater: Robert Assmann
Hahn: Harald Grünert
Müller: Rudolf Christoph
Müllerbursche: Hans-Edgar Stecher
Hausfrau: Elfriede Nee
Köchin: Ingeborg Chrobock
1. Räuber: Günter Polensen
2. Räuber: Heinz W. Pätzold
3. Räuber: Heinz Scholz
Erzähler: Egon Wander


bearbeitet von Brigitte Wicht

Musik: Ernst-Peter Hoyer
Instrumentalgruppe des Staatlichen
Rundfunkkomitees
Leitung: Siegfried Enders

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KÖNIG DROSSELBART

Königstochter: Annegret Golding
König: Walter Richter-Reinick
König Drosselbart, Spielmann, Husar: Kurt Ullrich
Koch: Theo Mack
Herold: Dieter Schindelhauer
Erzählerin: Regine Toelg


bearbeitet von Brigitte Wicht

Musik: Ernst-Peter Hoyer
Instrumentalgruppe des Staatlichen
Rundfunkkomitees
Leitung: Gerhard Bautzmann

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DER GESTIEFELTE KATER

Erzähler: Joseph Offenbach
Kater: Joseph Offenbach
König: Benno Gellenbeck


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ROTKÄPPCHEN

Erzähler: Joseph Offenbach
Rotkäppchen: Christel Davenport
Wolf: Benno Gellenbeck


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DER WOLF UND DIE SIEBEN GEIßLEIN

Erzähler: Joseph Offenbach
Wolf: Benno Gellenbeck
alte Geiß: Lotte Voigt-Wichmann
jüngstes Geißlein: Christel Davenport


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DER FROSCHKÖNIG

Erzähler: Joseph Offenbach
Froschkönig: Heinz-Horst Hofmann
König: Benno Gellenbeck
Königstochter: Edda Bühner


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