Die Igeltreppe /
Sechs kleine Geschichten /
Huhn und Karpfen /
Es war einmal eine Maus

LP NOVA 8 85 096
Covertext:
So eine Geschichte! Der trommelnde Knabe Tom ist zu Rentner Brummbär in den Garten gekommen, gleich am ersten Tag der Ferien. Und da Brummbär gern ein Fußballspiel besuchen möchte andererseits aber Herrn Kokoschka, den Klempner aus der PGH „Fortuna“, erwartet, läßt er Torn als „Wache“ zurück.
Womit soll sich Torn die Zeit vertreiben? Er klettert auf den Kirschbaum, knabbert einige Früchte und spuckt die Kerne in hohem Bogen in den kleinen Goldfischteich, der Brummbärs Garten ziert. Zum Glück stellen sich weitere Ablenkungen ein: ein Flugzeug, dann eine Straßenwalze und alle zehn Minuten die S-Bahn, bei der Toms Mutter Zugführerin ist ...
Im Reisighaufen wohnt eine Igelfamilie. Die nascht von den Monatserdbeeren. Und wenn einer der Igel Durst hat, kommt er zum Goldfischteich.
Ganz plötzlich nimmt diese lustige, sonnige Geschichte eine traurige Wendung. Im Wasser des Teichs entdeckt Torn einen der Igel. Sicher ist er beim Trinken hineingefallen und schaffte es nicht, wieder über den Rand des Beckens herauszuklettern. Ob er tot ist? Was soll Torn bloß tun, um den kleinen Igel zu retten? Bei einem Menschen müßte man sofort Wiederbelebungsversuche machen, am besten: Mund-zu-Mund-Beatmung! Aber bei einem Igeltier? Das piekt doch. Vielleicht weiß Kokoschka, der Klempner, einen Rat, oder Rentner Brummbär der endlich nichtsahnend vom Fußballspiel nach Hause kommt.
Doch nein, ich erzähle die Geschichte jetzt nicht weiter. Ein bißchen Spannung muß ja noch für Zuhörer übrigbleiben nicht wahr? Und ich bin sicher, wer die Sache mit der Luftpumpe, die dann passiert, oder mit dem Kräuterschnaps oder mit der Igeltreppe auf der Schallplatte hört, läßt sich die ganze Geschichte gleich noch einmal von vorn vorspielen.

„Die Igeltreppe“ ist ein modernes Märchen mit Musik. Kennt einer von euch „Peter und der Wolf“ von Sergej Prokofjew? Na, ganz sicher. Und gerade so, also mit einem Erzähler und vielen Instrumenten, geht es auch in der „Igeltreppe“ zu. Vielleicht etwas weniger märchenhaft mit S-Bahn, Klempner, Straßenwalze, Fußball und so. Vielleicht ein bißchen trauriger, denn ihr könnt euch denken, wie es dem Torn zumute ist, als er den Igel im Wasser findet. Aber dann scheint auch wieder die Sonne im Garten von Rentner Brummbär der sich auf alles einen bunten Reim zu machen versteht. Sarah Kirsch, die für Kinder und Erwachsene bereits viele Gedichte und Erzählungen geschrieben hat und die ihr vielleicht schon als Textautorin der Schallplatten-„Oper“ von der betrunkenen Sonne kennt, hatte viele überraschende Einfälle für ihre neue Geschichte. Georg Katzer, der Komponist der „Igeltreppe“, läßt seine Instrumente jauchzen und weinen, je nachdem. Und wer dem Erzähler hier und da nicht glauben will, braucht nur die Musik zu fragen, wie es in Toms Herz aussieht.

Kleine, viel kleinere Geschichten enthalten auch die Lieder, die auf der anderen Seite dieser Schallplatte zu hören sind. Huhn und Karpfen – na, daß kennt jeder aus dem Lesebuch. Doch als Lied gesungen, hört sich manches neu und anders an. Die Komponisten haben solche Noten ausgesucht, die dem, was da passiert, auch musikalisch entsprechen.

In der Mehrzahl sind es Lieder ohne Instrumentalbegleitung. „A cappella“ sagen die Fachleute dazu. Diese Vortragsart fordert Genauigkeit und Können von den Chorsängern, denn jede einzelne Stimme muß sauber klingen, auch, wenn die Melodie noch so kompliziert und schwer zu singen ist.

Der Chor, den wir hören, schafft es. Die Sänger vom Kinderchor der Dresdner Philharmonie sind ja nicht zum ersten Mal auf einer Schallplatte zu hören. Oft geben sie Konzerte, und auch für den Rundfunk und für das Fernsehen haben sie Aufnahmen gemacht. Sogar in Prag, Brno und Wroclaw waren sie schon zu Konzerten eingeladen.

Zum Chor gehören etwa 100 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sieben und siebzehn Jahren. Geprobt wird zweimal wöchentlich, meist im großen Dresdner Kulturpalast, wo die Dresdner Philharmonie, ein weltbekanntes Orchester, zu Hause ist. Und da es bei einem so vielbeschäftigten Chor, der auch als hervorragendes Volkskunstkollektiv ausgezeichnet wurde, nicht allein um gute Stimmen geht, sondern auch um das Kennenlernen vieler alter und neuer Musikwerke, gehört auch Musiklehre u.a. zum Ausbildungsprogramm. Stellt euch vor: selbst bei Aufführungen der berühmten Neunten Sinfonie von Ludwig van Beethoven hat der Kinderchor der Philharmonie bereits mehrmals mitgewirkt. Ebenfalls bei Konzerten, in denen große Werke von Bach, Mahler, Orff oder Hindemith auf dem Programm standen. Zum Repertoire des Cores gehören aber auch viele Lieder und Kantaten, die Komponisten aus der DDR geschrieben haben: „Gesang an mein Vaterland“ (Böhmer), „Halm und Himmel stehn im Schnee“ (Krause-Graumnitz), „Ein Strom ist eine Brücke“ (Bimberg/Lukowsky) oder „Laudate pacem“ (Matthus).

Wart ihr schon einmal in solch einem Konzert? Wenn euch der Gesang und die Musik dieser Schallplatte gefallen, dann bittet eure Eltern, auf dem Veranstaltungsplan einmal etwas Passendes auszusuchen. Groß genug seid ihr dafür auf jeden Fall! Viel Freude, wenn es soweit ist. Aber vorerst: eine schöne unterhaltsame Stunde mit der „Igeltreppe“ und den Chorliedern.

Fred Seeger (1975)


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DIE IGELTREPPE
von Georg Katzer

Sprecher: Hanjo Hasse

Text: Sarah Kirsch
Ein Kammerorchester
Dirigent: Georg Katzer
Regie: Herwart Höpfner, Manfred Täubert

Aufnahme des Rundfunks der DDR

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SECHS KLEINE GESCHICHTEN
von Siegfried Stolte

Der Kaktus
Text: Werner Lindemann
Angelika Hüttler, Gesang

Der kranke Laubfrosch
Text: Peter Hacks

Die zwei Wurzeln
Text: Christian Morgenstern

Trip, Trip, Trop
Text: Peter Hacks,
Gesang: Regina Adam

Der kleine Regenwurm
Text: Kurt Hängekorb

Fuchs und Gans
Text: Johannes Trojan

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HUHN UND KARPFEN (Ausschnitte)
von Herbert Gadsch

Huhn und Karpfen
Text: Autor unbekannt

Das widerspenstige Schwein
Text: Johannes Trojan

Das seltsame Hühnerei
Text: Günther Heller

Rabe und Fuchs
Text: Jean de La Fontaine
deutsch: Renate Stein

Die Sonnenkäferkinderlein
Text: Autor unbekannt

Bei Goldhähnchens
Text: Heinrich Seidel

Fünf Hühnerchen
Text: Jean de La Fontaine
deutsch: Renate Stein

Frosch und Ochse
Text: Jean de La Fontaine
deutsch: Renate Stein

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ES WAR EINMAL EINE MAUS
von Kurt Schwaen

Es war einmal eine Maus
Text: Auto unbekannt

Guten Tag, Herr Mausemann
Gesang: Ilona Linke, Christian Pappisch

Pferdchen, lauf Galopp
Gesang: Ilona Linke

Der Frosch ist krank

Hör doch auf zu regen

Unk, unk, unk
Gesang: Steffi Wunderlich

Der Fink ist tot
Gesang: Steffi Wunderlich

Dass ihr nun recht ruhig schlaft

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Kinderchor des Philharmonischen Chores Dresden
Dirigent: Wolfgang Berger
Ingeborg Friedrich, Klavier

Musikregie: Dagmar Vorwerk
Tonregie: Eberhard Richter, Heinrich Eras

Aufgenommen 1974








  













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