Besuch im Zoo / In der Buchhandlung

von Hans Sandig

LP NOVA 8 85 055
Covertext:
Alle, die an dieser Schallplatte beteiligt sind, haben den Liedern heimliche Wünsche mit auf den Weg gegeben. Der, der die Texte schrieb, der Komponist, der Chordirigent, die Hersteller der Platte, die Eltern, die sie Euch kauften, und schließlich ich, der für Euch diese Zeilen schreibt. Was für heimliche Wünsche das sind? Mal sehen, ob ich sie zusammenbekomme.
Für die Worte der Lieder ist ein Schriftsteller verantwortlich. Seinen Namen lest Ihr im nebenstehenden Verzeichnis. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, in der alltäglichen Wirklichkeit, die uns umgibt, Neues und Interessantes zu entdecken. Denn er sieht manches, an dem wir vielleicht vorübergehen, genauer oder hat einen lustigen Gedanken oder Vergleich zur Hand, auf den wir gar nicht gekommen wären. Der Schriftsteller möchte, daß wir hinter die Dinge schauen. Hinter den bunten Buchhüllen, sagt er, steckt die bunte Welt. Dem Wind ruft er „he“ und „ho“ zu und nennt ihn einen verwegenen Gesellen. Um den Computer „Robby“ erfand er eine lustige Geschichte, die uns zeigen möchte, was so eine kleine elektronische Maschine alles kann und was sie nicht kann. Und seine „Führung“ durch den Zoo sieht auch etwas anders aus als bei Eurem letzten Ausflug. Mit den Liedern gewinnt der Textautor den Tieren neue, manchmal sogar „menschliche“ Seiten ab. Er möchte, daß seine Zuhörer beobachten lernen und ihre Phantasie benutzen. Und sagt bloß das fällt Euch schwer!
Daß aus den Geschichten und Gedanken schöne Lieder wurden, dafür hat der Komponist gesorgt. Er schrieb die Melodie und die Noten für jedes beteiligte Instrument. Und natürlich sind das nicht irgendwelche Noten, sondern sie wurden so gesetzt, daß sie die Geschichte, die hier vorgetragen wird, musikalisch ausmalen, so etwa wie Ihr in Euerm Malbuch die vorgegebenen Umrisse mit bunten Farben und eigener Phantasie füllt.
Jeder wird mir darin beipflichten, daß erst dieses Ausmalen den „echten Teddy“ und den „richtigen Ball“ hervorzaubert. Und hört einmal genau hin, mit welchen Farben auch die Musik malen kann! Im Bimmelbahnlied klingen die Instrumente ganz anders als im Lied vom Sturm, und habt Ihr bemerkt, wie der Komponist auch den Tieren im Zoo ein besonderes musikalisches Kleid anlegt?
Dabei bietet so eine kleine Liedfolge nur einigen Instrumenten die Möglichkeit zu zeigen, was alles in ihnen steckt. In vielen anderen Musikstücken zum Beispiel in einer Sinfonie, einer Oper oder einem Instrumentalkonzert, können sich die Instrumente noch viel mehr austoben und immer neue Klangbilder zaubern. Doch auch wenn ein Komponist nur ein kleines Lied für kleine Leute schreibt, wünscht er sich, daß seine Zuhörer spüren, was die Musik in unserem Leben bedeuten kann, wie sie uns hilft, die Menschen und das Leben tiefer zu empfinden. Vielleicht auch möchte er uns von klein auf daran erinnern, daß wir gute und weniger gute Musik unterscheiden lernen müssen, beim Lied wie beim Schlager, beim Konzert wie im Opernhaus.
Unser dritter Beteiligter ist der Dirigent mit seinem vielstimmigen Chor. Ohne sie bliebe das, was Texter und Komponisten niederschreiben, ein totes Stück Papier. Jede Musik lebt erst dadurch, daß sie gesungen oder gespielt wird. Und je nachdem, wie gut Spieler oder Sänger ihre Kunst beherrschen, ist auch die Freude des Zuhörens größer oder kleiner.
Jeder Mensch kann singen. Daß manche von uns es besonders gut können so daß es Spaß macht, ihnen zuzuhören, sollte uns nicht vom Selbst-Singen abhalten. Auch auf dieser Schallplatte ist manches, was sich zum Nachsingen eignet, Also wünscht sich der Chordirigent, der ja immer nur für zwanzig oder dreißig Sänger dasein kann, daß seine neuen Lieder ansteckend und mitreißend wirken. Möglichst so, daß wir noch beim Hören einer unscheinbaren schwarzen Schallplatte merken, mit welcher Freude die Chorkinder bei der Sache waren, als sie im „Studio“ vor vielen Mikrophonen ihre Lieder aufnahmen. Übrigens: wem’s beim Abhören in der Kehle kribbelt, der kann schon morgen zum nächsten Chor der Schule oder des Pionierhauses gehen und sich zum Singen melden. Gelegenheit gibt’s überall und gab es zu jeder Zeit. Denn schon der berühmte Komponist Georg Philipp Telemann wußte:
„Singen ist das Fundament zur Musik in allen Dingen.
Wer die Komposition ergreift, muß in allen Sätzen singen.
Wer auf Instrumenten spielt, muß des Singens kundig sein.
Also präge man das Singen jungen Leuten fleißig ein.“

Im Verhältnis zum Singen, das schon in unserer Urgeschichte eine Rolle spielte und zum Menschen gehört wie das Arbeiten, das Denken und das Sprechen, ist die Schallplatte noch sehr jung. Trotzdem können sich heute schon viele Menschen ein Leben ohne die Schallplatte gar nicht mehr vorstellen. Beinahe jedes Musikstück das uns gefällt können wir auf einer Platte kaufen und es zu Hause anhören, so oft und wann immer wir wollen. Ist das nicht wie in einem Zauberladen?
Aber damit im Kaufhaus so viele bunte Platten zur Verfügung stehen, daß für jeden etwas dabei ist, muß allerlei Arbeit getan werden. Neben den Künstlern, die wir bereits kennenlernten, achten hier also viele Menschen, die etwas von der Aufnahmetechnik und der Schallplattenherstellung verstehen, darauf, daß es nachher wirklich so klingt, als ständen wir direkt neben einem großen Kinderchor. Da darf kein Instrument und keine Stimme aus der Reihe tanzen! Da wird „gesteuert“ und so lange probiert, bis alle ganz zufrieden sind. Bei einem großen Konzert für Erwachsene genauso wie bei einer Schallplatte für kleine Hörer. Denn die Leute von der Schallplatte wünschen sich, daß aus dem kleinen Plattenfreund später einmal einer wird, der viele Musikarten liebt und der mit den buntumhüllten schwarzen Scheiben genauso gern und so oft umgeht wie mit den bunten Büchern.
Die Fünfte im Reigen derjenigen, die mit dieser Schallplatte Wünsche verbinden, das sind Eure Eltern bzw. diejenigen, die Euch diese Schallplatte gekauft haben. Fragt sie nur selbst nach dem Beweggrund für das Geschenk. Vielleicht trafen sie die Wahl, weil Ihr gerne Lieder hört und singt oder weil Ihr auch mal eine Platte ganz für Euch allein haben solltet? Oder weil sie sich wünschen, daß ihre Kinder nicht nur immer etwas aus dem Radio nachträllern, sondern neue Lieder kennenlernen. Vielleicht sogar hört Ihr Euch die neue Platte gemeinsam mit den Eltern an und wählt die Stücke aus, die Euch am besten gefallen ... Später werdet Ihr dann mit den Erwachsenen gemeinsam in ein richtiges großes Konzert gehen, wo man ein Orchester oder einen Chor noch besser hört als von der Platte.
Nun aber genug mit den Wünschen. Oder erlaubt Ihr, daß ich zu guter Letzt noch selbst zwei kleine anhänge?
Zum einen hoffe ich, daß möglichst viele der an einer Platte Beteiligten wirklich solche Wünsche haben, wie ich sie ihnen – hier in den Mund legte. Und zum zweiten: viel Spaß beim Hören dieser und Eurer anderen Schallplatten!

Fred Seeger (1974)






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BESUCH IM ZOO
Eine heitere Tierliederfolge für Kindersolostimmen, Sprecher,
ein- bis dreistimmigen Kinderchor und Instrumente

Kommt mit, wir fahren in den Zoo
Nun sind wir am Ziel

Teddy Brumm
Hört, wie der Löwe brüllt

Elefantenlied
Das war die Begrüßung nach Dickhäuterart

Lied vom Kamel
Hört ihr den Storch klappern

Storch Einbein
Ramona Wünsch, Gesang

Zwischenmusik

Bison Zottelhaar

Pony Hopp
Nun gibt es bei den Tieren hier

Es war einmal ein Regenwurm
Ramona Wünsch, Gesang

Zwischenmusik


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Der Pinguin
Und weiter wird herumspaziert

Der Ochse und das Känguruh

Lied von der Giraffe
Und gleich darauf besuchen wir

Zebra Putzi
Die Zeit verrinnt hier wie im Traum

Wir gehn bald wieder in den Zoo



IN DER BUCHHANDLUNG
Kinderliederfolge

In der Buchhandlung
(In jeder Stadt da gibt’s ein Haus)
So viele Bücher - kaum zu zählen

Robby
(Robotron hat einen Sohn)
Wer noch gar nicht lesen kann

Die Bimmelbahn
(Kommt, wir spielen Eisenbahn)
Text: A. W. Mierisch
Mit einem Schritt vom Kinderspiel

Autospuren im Regenmeer
(Im Regenmeer gibt's keine Autobahnen)
Schneller als Raketen fliegen

Sommerwanderung
(Der Sommer malt ein buntes Bild)
In den Regalen Band an Band

Sturm
(Heulend kommt der Sturm gezogen)

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von Hans Sandig
Text: Richard Hambach (Besuch im Zoo)
Ingeborg Kalisch (In der Buchhandlung)

Rundfunk-Kinderchor Leipzig
Instrumentalgruppe
Dirigent: Hans Sandig

Tonregie: Alla Sandig

Aufnahme des Staatlichen Komitees für Rundfunk der DDR