Jugoslawische Märchen und Legenden
LP LITERA 8 65 168
Covertext:
Liebe Freunde, wir haben für Euch fünf Geschichten ausgewählt aus dem reichen Schatz der Märchen und Legenden Jugoslawiens. Ihr wißt, das ist das Land an der adriatischen Küste, in dem viele Völkerschaften sich zu einem Staat zusammengefunden haben. Serben und Kroaten, Bosnier und Slowenen, Mazedonier und Montenegriner, Menschen mit ganz verschiedener Herkunft und Vergangenheit, um gemeinsam an einer glücklichen Zukunft dieser großen Familie zu wirken.
Vieles Vergangene ist noch in ihnen lebendig, so auch ihre Märchen und Legenden, ihre Lieder und Sagen, die sie sich in den Bergen Montenegros, an der dalmatinischen Küste oder der weiten Ebene des Banat an der ungarischen und rumänischen Grenze erzählten.
In diesen Märchen leben die Träume der Menschen, ihre Sehnsüchte, ihre Hoffnungen, ihre Kämpfe, ihre Klugheit, ihre List, ihre Liebe für das Gute – ihr Haß gegen Bosheit und Rechtlosigkeit.
Schwer war das Leben der Menschen auf dem Balkan in den vergangenen Jahrhunderten. Krieg und Elend, Not und Zerstörung, Unterdrückung und Ausplünderung waren Alltag des Volkes. Jahrhunderte hielten die Türken das Land besetzt, versuchten, seinen Bewohnern ihre Sitten und Bräuche aufzuzwingen, aber die Völker bewahrten viele ihrer eigenen Bräuche und überlisteten die fremden Herrscher. Und gerade die List, die List der Armen und ihr Witz, ihre Klugheit liessen sie Kraft finden gegen die Härte und Not ihrer Tage.
Diese List und die Verspottung der Türken werdet ihr in den Geschichten finden. Und auch die Poesie und die Freude am Schönen und Guten, von denen in den Geschichten erzählt wird. Vor langer Zeit gingen die Geschichten und Lieder von Mund zu Mund. Sänger und Erzähler wanderten durch das Land und die Menschen lauschten den Legenden und Gesängen. Erst im vergangenen Jahrhundert begannen Freunde dieser Volkserzählungen damit, all das zu sammeln, was an Poesie im Volke lebendig war. Einer von ihnen, der unermüdliche und geniale herzegowinische Serbe Vuk Stefanovic Karadzic, trug die Lieder und Märchen zu einer großen Sammlung zusammen. Er lebte lange in Wien, war befreundet mit Goethe und Jakob Grimm, der gemeinsam mit seinem Bruder viele deutsche Märchen und Sagen gesammelt hatte. Vuk Stefanovic Karadzic liebte die Geschichten seiner Heimat. Ihm verdanken wir die Erhaltung der vielen interessanten und schönen Begebenheiten, die sich das Volk erzählt hat.
Seinem Fleiß ist zuzuschreiben, daß wir Vergnügen haben an dem listigen und lustigen Bauernburschen in unserem ersten Märchen der die Königstochter arbeiten lehrt. Den Spaß an dem Schelm Ero, der einen Türken gehörig übers Ohr haut, indem er vorgibt, aus dem Jenseits zu kommen. Dieser Ero ist in Jugoslawien eine so berühmte Gestalt wie der Eulenspiegel in Deutschland oder Hodscher Nasreddin in Buchara. Und Ihr werdet in jedem Märchen einen Freund finden, der mit Geschick und Klugheit seinen Gegner bezwingt oder Freunden aus einer mißlichen Lage hilft. Der Bauernbursche und Ero, der junge Königssohn der gegen das Unrecht kämpft und der Junge, der ein Handwerk erlernen will, um der Not zu entrinnen, und die kluge Mejra aus Sarajevo, die ihren Liebsten vor dem Kadi rettet, indem sie selbst als Kadi Recht spricht, sie alle werden Euch teilhaben lassen an ihrem Schicksal, von dem die Märchen und Legenden berichten. Und sie werden Eure Freunde werden, Freunde aus einem anderen Teil des Kontinentes Europa. Aus einem Land an der adriatischen Küste – aus Jugoslawien.

Eliza Gerner-Strozzi
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WER NICHT ARBEITET, DER SOLL AUCH NICHT ESSEN
(Banat)

Erzähler: Eberhard Mellies
König: Heinz Scholz
Bursche: Dieter Zöllter
Mutter: Marga Legal
Königstochter: Angelica Domröse


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ERO AUS DEM JENSEITS
(Serbien)

Erzähler: Eberhard Mellies
Ero: Klaus Piontek
Türkin: Gertraude Krenz
Türke: Norbert Speer
Müller: Heinz Scholz


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DAS SCHLOSS ZWISCHEN HIMMEL UND ERDE
(Montenegro)

Erzähler: Wolfgang Greese

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DER TEUFEL UND SEIN LEHRLING
(Serbien)

Erzähler: Eberhard Mellies
Vater: Heinz Bonacker
Sohn: Dieter Zöllter
Teufel: Heinz Scholz
Alte: Marga Legal


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ZWEI GRAMM ZUNGE
(Bosnien)

Erzähler: Eberhard Mellies
Vater: Heinz Bonacker
Omar: Klaus Piontek
Mejra: Angela Brunner
Isakar: Norbert Speer
Kadi: Heinz Scholz


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Schallplattenbearbeitung: Andreas Bauer
Auswahl der musikalischen Originalmotive: Franka Zdjelarewic

Flöte: Kurt Sümnich

Regie-Assistenz: Werner Schurbaum
Regie: Dieter Scharfenberg