Sauwetterwind

von Albert Wendt

LP LITERA 8 65 369
Covertext:
Der Dichter Albert Wendt hatte den „Sauwetterwind“ ursprünglich als Hörspiel für den Rundfunk geschrieben. Unterdessen wird diese Geschichte an vielen Theatern gespielt. Nun gibt es also auch die Schallplatte vom „Sauwetterwind“ und die vielen Kinder, die an den Rundfunk geschrieben haben, wir sollten dieses Hörspiel von Albert Wendt nocheinmal und nocheinmal senden, die können sich die Geschichte vom kleinen Herrmann nun so oft sie wollen, anhören. Da ich Kinderhörspiele beim Rundfunk betreue und Albert Wendt mir alle seine schönen Kinderhörspiele bringt, bekomme ich auch die vielen Briefe, die die Kinder dann schreiben, wenn sie unbedingt erzählen möchten, was ihnen gefallen oder überhaupt nicht gefallen hat, oder wenn sie beim Hören auf neue wichtige Gedanken gekommen sind.
Lest doch einmal, wie unterschiedlich verschiedene Leute (und dabei ist es egal, ob es sich um Kleine oder Große handelt) ein und dieselbe Geschichte hören.

„An diesem Hörspiel gefiel mir am meisten die sehr schöne Beschreibung des Wetters.“
Enrico, 13 Jahre

„Der Sauwetterwind“ hat mir deshalb so gut gefallen, weil die Gegenstände wie zum Beispiel Herr von Knacke – das Fahrrad – und der höhnische Sauwetterwind mitspielen. So etwas kommt ja sonst sehr selten vor.“
Kerstin, 12 Jahre

„... Das Hörspiel ist phantastisch und echt, traurig und lustig. Die Begleitung des Liedes paßte einwandfrei zur Überschrift ...“
Ines, 12 Jahre

„Ein Fahrrad kann sonst auch nicht singen oder reden wie Herr von Knacke. Der spinnt ja. Es gibt auch keinen solchen Sauwetterwind!!“
Iris, 12 Jahre

„Besonders gefiel mir der Sauwetterwind, den man dem Liede nach als lustigen Gesellen aber seinen Taten nach als bösartigen Sturm bezeichnen kann. Und Herrmann und sein Rad: Das Rad Herr von Knacke mit seinem mißmutigen vornehm vorlauten Charakter und Herrmann mit seinem willensstarken Geist, der den Sauwetterwind bezwang. Der Tod war dumpf und so ruhig – und dann die Musik dazu. Wenn man so ungerecht behandelt ist, stellt man sich auch wirklich vor, tot zu sein ...“
Kai, 12 Jahre

„... Mir hat nicht gefallen, daß in der Zeit der modernen Technik Geräte sprechen und überhaupt Geister mitwirken ...“
Rolf, 13 Jahre

„Daß Herrmann zu spät gekommen ist, daran ist allein der Sauwetterwind schuld. Trotz dieser Missetat hat er mir großartig gefallen, schon wegen des Gesanges. Auch wegen seiner frechen Redensarten, könnte ich ihm stundenlang zuhören.
Kerstin, 11 Jahre

„... Es war so ein lustiges Hörspiel, trotzdem muß man manchmal fast weinen. Das Fahrrad mit seiner alten knackigen Stimme konnte so lustig sprechen und der Sauwetterwind war so unverschämt. Aber am meisten hat mir der kleine Herrmann gefallen, er war sehr tapfer, eigensinnig und träumerisch. Die Lehrerin hat nur an ihr eigenes Leben gedacht. Als Herrmann ausgelacht wird, macht ihr das nichts aus. Sie zieht ihm die Hosen aus und denkt noch, sie tut etwas Gutes.“
Katrin, 11 Jahre

„Wenn mich meine Lehrerin so gekränkt hätte wäre ich nicht mehr in die Schule gegangen. Herrmann hat gar nichts davon gehabt, daß er ein tapferer Kämpfer ist.“
Anke, 11 Jahre

„... Das ist es eben, wenn man es eilig hat, und zum Beispiel Luft aus dem Fahrrad rausgeht, oder wo Herrmann unter schwierigen Bedingungen (Sauwetterwind) doch noch in die Schule kommt, daß dann die Lehrer gleich losmeckern. Da ist man in so einer Situation, wo man sich wünscht, jetzt unter die Erde zu kommen, weil das Leben wirklich keinen Spaß macht. Aber es war gut, daß er eingesehen hat, daß das Leben nicht so sinnlos ist, daß man sich aus solchen Sachen nicht so viel machen darf, sondern etwas darüber hinwegschaut.“
Heidi, 12 Jahre

„Wie der Tod gekommen ist, gefällt mir nicht. Ich würde nie daran denken, tot zu sein ...“
Rico, 13 Jahre

„Der „Herr Herrmann“ hat mir enorm gut gefallen. Er war so ernst und bestimmt, er wollte nicht aufgeben. Aber mit der Lehrerin hatte er Pech, es war eine sehr schnippige Person. Es war alles so spannend und anders als sonst: Der Tod war so gutmütig und hat dem Jungen den Mantel des Schweigens geschenkt, das Fahrrad konnte so altmodisch reden und der Direktor läßt sich sogar mit Wasser begießen und zieht seine Hosen aus, um herauszubekommen, warum Herrmann schweigt ...“
Anja, 12 Jahre

„Wer weiß, was passieren würde, wenn alle nichts mehr sagen, wenn sie gemein behandelt werden ...“
Jörg, 12 Jahre

„Frau Nickel hatte Angst, daß Herrmann eine Lungenentzündung bekommt, deshalb mußte er doch trocknen.“
Holger, 10 Jahre

„Daß der Direktor solche Angst um Herrmann hatte, das hat mir gefallen. Und daß der Direktor kam, das war gut. Bei uns haben wir einen anderen Direktor.“
Johannes, 11 Jahre

„Ich glaube, daß Herrmanns Lehrerin eine alte Kratzbürste ist, aber ohne sie hätte das Hörspiel keinen Sinn.“
Anna, 11 Jahre

„Schön fand ich„daß der tapfere Herrmann“ am Schluß von dem Fräulein Frühlingsbrise den Mantel des Schweigens abgeluchst bekam, aber nicht schön war, daß er sein Fahrrad im Stich ließ und froh war, daß es die Klappe hielt.“
Peter, 12 Jahre

„Herrmann freut sich über die schmeichelhafte Frühlingsbrise, er kann wieder lachen und reden. Sie hängt Herrn von Knacke den Mantel des Schweigens um, damit er keine schlechten Lieder mehr singen kann. So ist alles zum guten Ende gekommen.“
Steffi, 12 Jahre

„Ich frage mich aber zum Schluß, was ist aus dem Direktor geworden. Er ist doch ein so prima Mensch! Was er als Herrmann ausstehen mußte ist sagensagenhaft.“
Simone, 11 Jahre

Ihr seht, es gibt viele sehr unterschiedliche Meinungen zum Sauwetterterwind. Mit manchem werdet ihr einverstanden sein, einiges hört ihr gewiß anders. Vielleicht aber habt ihr Lust zum Nachdenken bekommen, und das kann man gut und lange, wenn man eine gute Geschichte hört.

Elisabeth Panknin
Kleiner Herrmann: Patrick Nawatzky
Sauwetterwind: Klaus Manchen
Herr von Knacke: Hans-Joachim Hanisch
Frühlingsbriese: Angelika Waller
Tod: Jürgen Hentsch
Kleiner Freund: Sven Kaiser
Frau Nickel: Karin Schröder
Direktor: Joachim Tomaschewsky
Docktor: Ulrich Voß
Gute: Waltraud Kramm
Komische: Hans Oldenbürger

von Albert Wendt
Musik: Friedhelm Schönfeld
Regie: Christa Kowalski

(ab 8 Jahren)