Allüberall, wo sich die Körper schmieden
1 – Sport in Musik und Lyrik

LP LITERA Sp.U. 0487 bzw. 8 65 188
Covertext:
Allüberall, wo sich die Körper schmieden …
… da weilt auch, sich trainierend, mein Gedicht, rief Johannes R. Becher aus. Und andere Dichter folgten seiner Aufforderung: Laßt eure Verse teilnehmen am Sportfest!
Allüberall, wo sich die Körper schmieden, da erklingen Lieder und Märsche, Fanfaren und Kantaten.
Worte und Musik lassen in unserer Erinnerung die Tage der Turn- und Sportfeste der DDR wiederaufleben: Leuchtend strahlender Himmel, festliche Erwartung der Hunderttausend. Dann der helle Klang der Fanfaren! Sie künden den Beginn des Festes ebenso wie die aufsteigenden Schwärme von Tauben, die diese Botschaft vom Fest des Friedens, der Schönheit und Lebensfreude ins Land tragen …
Sportler ziehen, von zündenden Märschen und frohen Liedern begleitet, ins Stadion … Und dann beginnen die gymnastischen Übungen, durch den Klang musikalischer Neuschöpfungen unterstützt und erhöht. Musik von einprägsamer Melodienführung, Volkstümlichkeit und hohem Ideengehalt, als Ausdruck unseres sozialistischen Lebensgefühls empfindbar, erfüllt das Stadion. Die enge Verbindung dieser Musik mit den athletisch-gymnastischen Übungen ruft den Eindruck einer Sinfonie der Bewegung, der Farben und Töne von außerordentlicher Schönheit und Lebensfreude, von Anmut und Kraft hervor.
Der Schöpfer der modernen olympischen Spiele, Pierre de Coubertin, schrieb: „Musik und Sport sind für mich immer die vollkommensten ,Isolatoren‘ gewesen. Sie wirkten befruchtend auf Verstand und Phantasie, stärkten meine Beharrlichkeit in höchstem Maße.“
Auch das Wort des Dichters läßt uns die Atmosphäre der Wettkämpfe im Stadion noch einmal nachempfinden, den Augenblick höchster Konzentration des Diskuswerfers, den Rekordlauf, das Spiel einer Fußballmannschaft, brüderliche Freude der Athleten unter olympischer Sonne.
Für jeden ist sichtbar: Die Deutsche Demokratische Republik ist eine Heimstätte des olympischen Gedankens. Das bezeugen nicht nur die Weltklasseleistungen unserer Athleten und die umfassende Förderung von Körperkultur und Sport in unserem Lande, sondern auch die Tatsache, daß die Feste des Sports auch zu Festen der Musen wurden. Dichter, Komponisten, Maler, Grafiker und Bildhauer wetteifern wie die Sportler um Lorbeer und Medaille. Ihre Werke und die Meisterschaft der Interpreten erhöhen den Glanz des sportlichen Ereignisses.
In der Abschlußveranstaltung des IV. Deutschen Turn- und Sportfestes 1963 erklang der Schlußgesang aus der IX. Sinfonie von Ludwig van Beethoven, auf Aktive und Zuschauer jene Wirkung ausübend, von der Coubertin einmal schrieb: „Dieser Schlußgesang hat mich seit meiner Kindheit begeistert und über mich selbst hinausgehoben.“ Und er hoffte, „daß diese Chorgesänge, so geschaffen, um die Macht jugendlichen Strebens und die jugendliche Freude zum Ausdruck zu bringen“, in Zukunft immer häufiger große Sportfeste begleiten möge. Für ihn bedeutete die IX. Sinfonie Beethovens, die 1924 anläßlich der Kunstsaison der VIII. Olympiade in Paris im Theatre de Champs Elysee’s aufgeführt wurde, „immer die olympische Sinfonie“.
Gerade die Turn- und Sportfeste der DDR erfüllten diesen Teil olympischen Gedankengutes im Coubertinschen Sinn.
Die Kantaten von Köhler/Zimmering (1963) und Fredrich/Müller (1969) gehören zu unseren bedeutendsten chorsinfonischen Werken, die schwungvoll-optimistisch, volkstümlich und klar in Form und Gehalt, umgeben von eindrucksvoller Architektur, verbunden mit der Melodie von Licht und Farben, unter freiem Himmel von Tausenden von Sportlern aufgeführt, zum sinnfälligen Ergebnis der neuen Beziehung zwischen Musik und Sport in der DDR wurden.
Mit den Eröffnungsveranstaltungen am Völkerschlachtdenkmal in Leipzig verwirklichte unsere sozialistische Sportbewegung überzeugend den Coubertinschen Gedanken von der Eurhythmie, dem Zusammenklang der verschiedenen Musen.
Musik und Sport begleiten und reflektieren aber nicht nur den sportlichen Wettkampf, das Sportfest, also Höhepunkte, sondern auch den sozialistischen Alltag in der DDR. Zum neuen Lebensstil unserer jungen Generation gehört der natürliche Wunsch, den Körper der Sonne, dem Wind und dem Wasser auszusetzen und ihn in Spiel und Bewegung zu kräftigen. Beklagenswert findet es Johannes R. Becher zu Recht, wenn jemand seinen Körper vernachlässigt. Nein nicht Behaglichkeit, sondern Kräftemessen, ungestümes Vorwärtsdrängen, oft unbekümmert und manchmal verspielt, das ist es, was die junge Generation kennzeichnet. Aber sie lebt nicht ohne Ziel und Richtung. Über Wünsche, Träume und Erlebnisse beim Wandern, Schwimmen, Ballspielen, beim Buch und bei der Musik, in der ersten Liebe ist der Blick auf kommende Aufgaben und Verantwortung gerichtet.
Der Dichter Johannes R. Becher spricht die Forderung der Gesellschaft aus, nach der die Jugend ihr Leben gestaltet: Ganze Menschen zu werden! Ganze Menschen in der sozialistischen Menschengemeinschaft bilden sich in der Arbeit, in der Freizeit, in sinnvoller Lebensgestaltung, die erst die sozialistische Gesellschaft ermöglicht.
Zum ganzen Menschen, zu seinem Lebensstil, gehört der Sport ebenso wie sein hohes Leistungsstreben im Beruf, sein tätiges Verantwortungsbewußtsein für die Gesellschaft und seine Liebe zur Kunst.
Indem der Sport hilft, solche ganzen Menschen zu formen, erfüllt er seine humanistische Mission bei der Verwirklichung der schönen Menschengemeinschaft des Sozialismus.


Dr. Günter Witt

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Joachim Werzlau
Fanfare zum IV. Deutschen Turn- und Sportfest der DDR (1963)
Orchester des Wachregiments Berlin
„Feliks Dzierzynski“
Dirigent: Otto Müller

Johannes R. Becher
Allüberall, wo sich die Körper schmieden …
Otto Mellies

Kurt Greiner-Pol
Im Schutz der jungen Kühnen
Text: Kuba
Orchester des Wachregiments Berlin
„Feliks Dzierzynski“
Dirigent: Otto Müller

Jens Gerlach
Diskuswerfer
Hans-Peter Minetti

Günter Fredrich
Junge Sportler sind wir, Sozialisten
aus der Kantate „Wer die roten Früchte will!“ (1969)
Text: Armin Müller,
Großer Chor des Berliner Rundfunks
Das Große Orchester des Deutschlandsenders
Dirigent: Ehre Kurzweg

Axel Schulze
Rekordlauf
Otto Mellies

Wolfgang Lesser
Jeder strebe nach dem Lorbeer
Text: Max Zimmering
Soldatenchor und Orchester des Wachregiments Berlin „Feliks Dzierzynski“
Dirigent: Otto Müller

Johannes R. Becher
Auf das Spiel einer Fußballmannschaft
Eberhard Esche

Wolfgang Richter
Frohe Jugend – Sport voran
Text: Erika Engel
Kinder- und Jugendchor des Deutschlandsenders Instrumentelgruppe
Dirigent: Manfred Roost

Max Zimmering
Fünf Kontinente weit
Otto Mellies

Siegfried Köhler
Höher, schneller, weiter
aus der Kantete „Greit zu den Sternen – Kind der Zeit« (1963)
Text: Max Zimmering
Radio DDR – Jugendchor
Instrumentalgruppe
Dingent: Hans Sandig

Ulrich Berkes
Olympische Sonne
Hans-Peter Minetti

Fred Dittrich
Fanfare zum V. Deutschen Turn- und Sportfest der DDR (1969)
Orchester des Wachregiments Berlin „Feliks Dzierzynski“
Dirigent: Otto Müller


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Joachim Werzlau
Air für Großes Orchester
Berliner Sinfonie-Orchester
Dirigent: Günther Herbig

Heinz Kahlau
Im Strom
Otto Mellies

Joachim Werzlau
Ein Wandern endlos weit
aus dem Zyklus „Schönes Land“
Text: Johannes R. Becher
Jola Koziel, Sopran
Fritz Voigtmann, Klavier

Rainer Kirsch
Aus „Wir freun uns auf den Wind von morgen“
Eberhard Esche

Wolfgang Lesser
Sonne und Wind
Text: Jo Schulz
Chor des Ernst-Hermann-Meyer-Ensembles der Humboldt-Universität Berlin
Instrumentalgruppe
Dirigent: Peter Wodner

Johannes R. Becher
Über Moral
Eberhard Esche

Ernst Herrmann Meyer
Aus dem Tagebuch eines kleinen Mädchen (1, 2)
Dieter Zechlin, Klavier

Johannes R. Becher
Der Phrasenheld
Eberhard Esche

Ernst Herrmann Meyer
Aus dem Tagebuch eines kleinen Mädchen (7)
Dieter Zechlin, Klavier

Johannes R. Becher
Beklagenswert
Eberhard Esche

Rolf Lukowsky
Zweimal rechts, zweimal links
Unsere Kraft

aus der Kantate „Wir sind jung“
Ein Tag in unserem Leben
Text: Hans Möskenthin
Detlev Dathe, Bariton
Kinder und Jugendchor des Deutschlandsenders
Leitung: Manfred Roost
Jugendchor Berlin
Orchester des Tanzensembles der DDR
Dirigent: Rolf Lukowsky

Johannes R. Becher
Den ganzen Menschen
Hans-Peter Minetti

Otmar Gerstner
Du herrliches Land, du glückliches Land
aus der Musik fur die Übung der DHfK zum V. Deutschen Turn- und Sportfest der DDR (1969)
Text: Friedbert Groß
nach Johannes R. Becher
Großer Chor des Berliner Rundfunks
Das Große Orchester des Deutschlandsenders
Dirigent: Ehm Kurzweg

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Redaktion: Dr. Günter Witt

Eine Gemeinschattsausgabe der Olympischen Gesellschaft der DDR und des VEB Deutsche Schallplatten Berlin DDR. Der Reinerlös aus dieser Platte dient der Unterstützung der Olympia-Mannschaften der DDR.