Aus Willi Wuschkes Geredeschuppen

von Hansgeorg Stengel

LP LITERA 8 65 287
Covertext:
Sprich, wie dir der Schnabel gewachsen ist.
Meines Erachtens nach. Bier ist mein einzigstes Laster. Ich habe deinen Mantel im Flur aufgehangen. Gerhard sieht übernächtigt aus. Das könnte möglich sein. Es würde schön sein, wenn sie kommen würde. In etwa. Wenn Sie so wollen. Einmal mehr. Mein Vortrag beinhaltet folgende Probleme. Diese Lösung ist vollkommen falsch. Ich bin ihm freundlich gesonnen. Karla trägt dasselbe Kleid wie ich. Du brauchst dich nicht grämen. Nein, schimpfen tut er nicht. Nichtsdestotrotz. Da kann man nichts gegen machen. Ich darf unseren Autoren willkommen heißen. Das ist meiner Mutter ihr Schirm. Michael ist schlank, trotzdem er so viel ißt. Meine Gattin wird mich begleiten. Ich wiederhole noch mal. Nicht unübel.

Das alles ist falsch oder sinnwidrig oder häßlich. Sprich, wie dir der Schnabel gewachsen ist? Lieber nicht:

Lehmann erhielt seine Fahrerlaubnis weggenommen. Er frug. Anbelangt. Anbetrifft. Die ausgestellten Gegenstände fäßt man nicht an. Verunsichert. Herabmindern. Rückerinnerung. Zukunftsperspektive. Runterwärts. Seine Fehler waren nicht von Anfang an erkenntlich. Diese Gemeinheit hab ich ihm gar nicht zugemutet. An und für sich. Gott sei Dank – er ist scheinbar wieder gesund. Kleiner wie ich. Echt. Größtmöglichst. Geben gelassen. Sprechen gehört. Wegen mir. Nach meinem Dafürhalten. Ich würde meinen. Er hat es nicht einfach. Es fiel ihm schwierig. Hoch angebunden. Beigeschlossen. Zögerlich. Der Benzin. Das Gummi. Plaste. Es geht auch ohne dem. lm Fall daß. Gewunken.

Sprich nur dann, wie dir der Schnabel gewachsen ist, wenn er den Tücken und Klippen der Sprache gewachsen ist.

Hansgeorg Stengel
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Acht Gespräche zwischen Willi Wuschke und einem jungen Mann, verfasst von Hansgeorg Stengel:

Echt und voll
Allerhand Getue
Maße und Gewichte
lm Fall daß
Optimal
Bandwürmer
Trotzdem
Wieder zurück


Dazu die folgenden Jazztitel:

Shine
Traditional/Bearb. Heinz Lippold

Down by the Riverside
Traditional/Bearb. Wolfgang Riemer

See, see Rider
Traditional/Bearb. Heinz Lippold

I shall not be moved
Traditional/Bearb. Heinz Lippold

Everybody loves Saturday Night
Nigerianisches Lied/Bearb. Heinz Lippold


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Weitere acht Gespräche:

Dativtücken
Geschehen
Lästige Fallen
Gebrauchsanweisung
Stellungskrieg
Grund und Ursache
Rund um Risiko
Machbar


Dazu die Jazztitel:

Everybody loves Saturday Night
(Wiederholung)

Just a closer Walk with thee
Traditional/Bearb. Heinz Lippold

It's a long Way
Traditional/Bearb. Heinz Lippold

Freight Train Blues
Traditional/Bearb. Heinz Lippold

Blues für Ernst
Komposition und Bearbeitung: Hartmut Behrsing

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Willi Wuschke: Wolfgang Lohse
Junger Mann: Peter Dommisch

Jazz- Collegium Berlin
Hartmut Behrsing, Piano
Heinz Lippold, Posaune
Wolfgang Müller, Trompete
Ernst Georg Hering, Trompete
Wolfgang Riemer, Klarinette
Horst Würzebecher, Bass
Jochen Schulze, Schlagzeug
Ruth Hohmann, Vokal

von Hansgeorg Stengel

Regie: Heiner Möbius
Tonregie: Karl Hans Rockstedt