Das Lied vom Trompeter

nach dem Roman „Unser kleiner Trompeter“
LP LITERA 8 60 087
Covertext:
Im schlichten Heldentum, dem Schicksal und im Tod des halleschen Arbeiterjungen Fritz Weineck drückt sich sein Opfermut, sein Kampeswille, seine Kraft, hohes Bewußtsein, selbstlose Hingabe, Solidarität und die unabdingbare Gewißheit aus, daß der Sieg über die Feinde des werktätigen Volkes trotz allem dem Volke gehören wird. Aus Barbarei und Arbeitsfron, aus Not und Unterdrückung erhoben sich über Jahrhunderte hinweg unter Führung der Besten unserer Nation immer wieder die Kämpfer um Freiheit, Frieden und eine glückliche Zukunft der arbeitenden Menschen. In den erbitterten Klassenschlachten, in denen die deutsche Arbeiterklasse in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts unter Führung ihrer Partei den Peinigern des Volkes widerstand, in denen sie sich in machtvollem Aufstand erhob und am Ende des ersten Weltkrieges die Waffen umkehrte und das kaiserliche Deutschland zerschlug, stand auch der eben zwanzigjährige hallesche Arbeiterjunge Fritz Weineck in der Front seiner Klassenbrüder. Er hatte sich entschieden, auf ihn traf zu, was er mit seinen Freunden als junger Mensch schon sang: Wir haben selbst erfahren, der Arbeit Frongewalt …
Man hatte ihn, neunzehnjährig, in einen von des Kaisers grauen Röcken gesteckt. In den Schützengräben Flanderns erlebte er die Hölle des imperialistischen Krieges. Er zählt zu denen, die ihn beenden halfen. Sein Gewissen trieb ihn, etwas gegen den Krieg zu tun. Er hatte begriffen, daß der Krieg Not und Tod über das arbeitende Volk brachte, und haßte jene, für die er das große Geschäft wurde und die ihn vom Zaune gebrochen hatten.
Für ihn war das Erlebnis des Krieges auch noch mit dem Gelöbnis verbunden, nie wieder Waffen zu tragen. Der Klassenfeind zwang ihm das Gewehr erneut in die Hände. Er wollte es nicht, aber in den bewaffneten Kämpfen der Jahre 1919 bis 1920/21 und 1923 konnte er nicht abseits stehen. Er hielt es für seine Pflicht, der bewaffneten Reaktion entgegenzutreten. Früh schon schloß er sich der Partei Ernst Thälmanns an. In ihren Reihen marschierte er vorwärts, ein einfacher Kämpfer für unsere große gemeinsame Sache.
Was dann an jenem Märztage des Jahres 1925 geschah, an dem der Reichspräsidentschaftskandidat der Kommunistischen Partei, unser Ernst Thälmann, im Volkspark zu Halle vor den Werktätigen dieser Arbeiterstadt sprechen wollte, war wohl vorbereiteter, kalt berechneter, blutiger Mord. Der Feuerüberfall auf die dichtgedrängte Menge der Versammlungsteilnehmer im großen Saal des Volksparkes, des Hauses der halleschen Arbeiterschaft, war geplant.
Die Salven der uniformierten Mörder mähten sie zu Dutzenden nieder. Nicht blindwütig wurde geschossen; nein, gezielt, überlegt, mit dem verbrecherischen Willen zu töten. Im Kugelregen traf jeder Schuß.
Film und Schallplatte „Das Lied vom Trompeter“ lassen das grausige Geschehen noch einmal lebendig werden. Künstlerisch einprägsam und realistisch rollt all das vor uns ab, was später auch dazu beitrug, ein für allemal Schluß mit der schlimmen Vergangenheit zu machen. Blut floß an jenem Tage, viel Blut. Auch Fritz Weineck fiel, unser kleiner Trompeter.
Nachts muß es gewesen sein, als die ersten Zeilen des Liedes vom kleinen Trompeter entstanden. Niemand weiß, wer sie niederschrieb, niemand weiß, wer Zeile an Zeile fügte und zum Vers werden ließ. Bekannt ist nur, daß ein, zwei Tage später, erst einzelne, dann Gruppen, dann tausende proletarische Kämpfer das Lied vom kleinen Trompeter sangen. Es hat die Massen ergriffen. Über Ländergrenzen hinweg wurde es zum kostbaren Besitz der internationalen Arbeiterbewegung. Es ist das hohe Lied des kämpfenden Proletariats um Freiheit, um Frieden und Sozialismus; es ist das Lied vom Opfermut und der Hingabe an die große Sache des arbeitenden Volkes.
Viele Jahre sind seither vergangen. Der Faschismus stürzte die deutsche Nation in das fürchterlichste Chaos ihrer Geschichte. Erst der Sieg der Armeen der Antihitlerkoalition, allen voran der Sieg der Sowjetarmeen, gab uns in der Deutschen Demokratischen Republik die Möglichkeit, das Vermächtnis jener Kämpfer zu erfüllen, die ihr Leben einsetzten, um ein neues, ein friedliebendes, demokratisches und sozialistisches Deutschland zu errichten.


Otto Gotsche
Fritz Weineck: Horst Jonischkan
Anna Weineck: Helga Göring
Käthe Mielfe: Doris Abesser
Karl Borsdorff: Wolfgang Greese
Paul Hepner: Erik Veldre
Alfons Wieland: Rolf Römer
Ernst Thälmann: Günther Simon
u. a.

(Originalwiedergaben aus dem DEFA-Film nach dem Roman „Unser kleiner Trompeter“ von Otto Gotsche)
Schallplattenbearbeitung: Hans-Albert Pederzani, Dieter Scharfenberg
Musik: Gerhard Rosenfeld
Filmregie: Konrad Petzold

Wir hören die Stimme des Autors von Buch, Film und Schallplatte, des Genossen Otto Gotsche:

„Mehr als vierzig Jahre liegt all das zurück.
Die Lehre für uns:
Höher unsere alten Fahnen, stärkt unsere Arbeiter- und Bauernmacht! Unvergessen bleibt unser kleiner Trompeter! Er gab sein Leben für ein neues, für unser Deutschland.“
Das Lied vom kleinen Trompeter singt der Chor des Erich-Weinert-Ensembles, begleitet vom Orchester des Ensembles unter Leitung von Günter Löffler