Daschenka oder Das Leben eines jungen Hundes

von Karel Capek

LP SUPRAPHON 1118 2497
Covertext:
Bevor Ihr die Platte auflegt!
Die Daschenka (der vollständige Titel heißt: Daschenka oder das Leben eines jungen Hundes) „geschrieben, gezeichnet, fotografiert und erduldet“ von Karel Capek, erschien als Buch im Jahre 1933. Seitdem erfreuen sich an ihr nicht nur Kinder, aber auch deren Eltern. Sie hat ja auch in tschechischer Sprache mehr als zwanzig Auflagen erreicht, von denen einige in der Höhe von 100.000 Exemplaren. Natürlich könnt Ihr die mehr als hundert Zeichnungen und fast vierzig Fotografien, die Capek ihr in seinem Buch widmete, auf dieser Platte nicht sehen. Doch hören könnt Ihr, wie der bedeutende Schauspieler Valter Taub mit großem Einfühlungsvermögen und viel Liebe Euch von ihrem Leben erzählt. Valter Taub, der zwar das Alter Euerer Großväter erreicht hat, tritt aber immer noch sowohl an tschechischen wie auch an deutschen Bühnen mit großem Erfolg auf.
Ihr solltet aber doch wissen, wer Karel Capek war. Er wurde im Jahre 1890 geboren, und wenn er auch nicht einmal sein 50. Lebensjahr erreichte (er starb am ersten Weinhachtstag des Jahres 1938), gehört er zu den bedeutendsten tschechischen Schriftstellern. Schon in den zwanziger Jahren war er nahezu in der ganzen Welt bekannt; seine Bücher wurden seither in 50 Sprachen übersetzt. Er war Doktor der Philosophie, in seiner Jugend übersetzte er französische Dichtung, von 1917 bis zu seinem Tode war er ein herausragender Journalist, zwischendurch arbeitete er auch zwei Jahre als Theaterdramaturg und versuchte sich sogar auch als Regisseur. Er war befreundet mit einer Reihe weltbekannter Autoren, wie zum Beispiel mit G. K. Chesterton, G. B. Shaw, J. Galsworthy, H. G. Wells, A. Rolland, T. Mann. Aus seiner Feder stammen eine große Anzahl von Erzählungen, Reiseskizzen, Romane, Dramen; auch seine Zeitungsartikel sind in Buchform erschienen. Karel Capeks gesammelten Werke umfassen 40 Bände. Bestimmt wird auch Euch eines oder das andere seiner Bücher in die Hände fallen, vielleicht Krakatit, das ebenso wie sein Theaterstück WUR zu seinen utopischen Werken gehören, die in einer Zeit weltverändernder technischer Erfindungen spielen und die damalige Gesellschaft wie auch ihr System scharf kritisieren. Karel Capek war – ebenso wie sein älterer Bruder Josef, ein bedeutender Maler und auch Dichter – ein Schriftsteller tiefen philosophischen Denkens, ein großer Kämpfer für Demokratie und Menschenrechte. Darum ist er auch mit solcher Schärfe gegen die Schrecken des heraufziehenden Faschismus und Nazismus aufgetreten, vor allem in seinem großen Roman „Der Krieg mit den Molchen“ und in den Theaterstücken „Die weiße Krankheit“ und „Die Mutter“. In einer fesselnden Geschichte „Die erste Kolonne“, die im Bergarbeiter-Milieu spielt, verherrlicht Capek die menschliche Solidarität und den Kameradschaftsgeist. Seine philosophische Betrachtung der Welt zeichnet sich in einer Unzahl von Kurzgeschichten ab, am stärksten aber in seiner bedeutendsten Roman-Trilogie „Hordubal“, „Der Meteor“, „Ein gewöhnliches Leben“.
Für Kinder hat Karel Capek außer der Daschenka noch die Neunerlei Märchen geschrieben. Die modernen Themen ebenso die Sprache dieser Märchen sind bemerkenswert.
Nun werdet Ihr aber „das Leben eines jungen Hundes“ hören, die vergnügliche Erzählung vom „kindlichen Wachstum“ eines Hündchens und den „mütterlichen Sorgen“ seiner Hunde-Mutter, beide nicht wegzudenkende Mitglieder der Familie Capek. Wir wünschen, daß diese Schallplatte Euch neue Erfahrungen und viel Freude bringen wird. Oder auch Capeks Bücher, die ins Deutsche übersetzt wurden. Viel Vergnügen!
Erzähler: Valter Taub

Deutsche Übersetzung: Elisabeth Borchardt
Regie: Jiri Srámek
Tonregie: Jiri Bartos
Schnitt: Ivan Mikota

Aufgenommen im Supraphon Studio „Lucerna“, Prag, vom 29. bis 30. August 1978
Kommentar: Vladimir Justl 1979