Ellen Tiedtke singt mit Herz und Schnauze

LP LITERA 8 65 375
Covertext:
Wissen Sie eigentlich wie das ist, wenn man das Gefühl hat, Weihnachten und Ostern fallen auf einen Tag, worauf man aufblüht wie eine Pfingstrose? Ich ja. Neulich war ich dran.
Monika Jacobs kam mit einem Sack voller Texte, die ohne Gedöns, ohne Krampf und Geschwätzigkeit einfach das sagen, was sie sagen wollen. Herz, was willst du mehr?
Bernd Wefelmeyer kam mit Melodien und Arrangements, so originell und vielfältig, daß ich ganz wild darauf wurde, mit vollem Wumm da einzusteigen. Schnauze, was willst du mehr?
Und das Schönste: alle diese Lieder sind Liebeserklärungen!
Ein Liebeserklärung an Claire Waldoff, Sie wissen doch, die mit dem Herzen am rechten Fleck und der Schnauze vorneweg. Also wer die nicht liebt, der muß erst noch geboren werden – oder besser nicht. Eine Liebeserklärung an ein Mauerblümchen, das sich einen kleinen Seelentröster gönnt, weil es immer nur das bescheidene Veilchen im Moose ist und doch einmal auch die bewunderte Rose sein möchte. Es ahnt nicht, daß es auch jede Menge Veilchen-Liebhaber gibt. Eine Liebeserklärung an meine Freundin Ruth – die mit dem Eddie –, den sie doch endlich sausen lassen sollte. Finden Sie nicht auch? Na also. Das Leben ist so kurz, da soll man sich nicht den Luxus leisten, lange daran zu knabbern. Eine Liebeserklärung an die Frauen Mitte sechzig, die sich von kalorienreichen Torten und erinnerungsreichen Träumen ernähren. Und wenn man ganz genau in sie hineinsieht, sind sie in irgendeiner Ecke noch immer die jungen Mädchen die sie mal waren. Eine Liebeserklärung an eine Linde, die blüht und blüht und erzählt und erzählt. Und was ihr alles geblüht hat und was sie alles zu erzählen hat, das geht auf keine Kuhhaut, aber auf eine Lindenrinde. Eine Liebeserklärung an eine Unscheinbare, an der so gar nichts dran ist, und trotzdem knien vor ihr die Männer nächtelang – Mensch, woher kommt das bloß? Egal. Hauptsache, daß es noch immer Geheimnisse und Wunder gibt, die kein Computer erklären kann. Eine Liebeserklärung an Tante Frieda aus Kleinmachnow, die allen auf den Wecker fällt, aber keiner möchte sie missen. Sie wird im Leben gebraucht, um es am Dampfen zu halten.
Na und so weiter. Lauter leise und laute Lieder. Horchen Sie mal rein. Wenn sie Ihnen gefallen – dankeschön. Wenn sie Ihnen nicht gefallen – bitteschön.
Ihre

Ellen Tiedtke
|  Seite 1  |

Claire, wenn ick dir höre
Claire-Waldoff-Potpourri

Hermann heeßt er
K. u. T.: Ludwig Mendelsohn
Mein Maxe ist ein Unikum
K. u. T.: Fritz Fischer
Mit de Liebe ...
K. u. T. unbekannt
Ach Jott, wat sind wir Weiber dumm
K.: Walter Kollo; T.: Rideamus/Hermann Haller
Warum soll er nich mit ihr
K. u. T.: Ludwig Mendelsohn
Das war sein Milljöh
K.: Willi Kollo, T.: Willi Kollo/Hans Pflanzer
Das ist vorbei
K. u. T. unbekannt

Ich bin wie das Veilchen im Moose
Ich hab so was Frivoles



|  Seite 2  |

Hallo Ruth
Tante Frieda aus Kleinmachnow
Frauen Mitte Sechzig
Guten Abend, gut’ Nacht

K.: Johannes Brahms

Montachabend
Die olle Linde


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Gesang, Sprache: Ellen Tiedtke

Kompositionen außer Titel 2 und 8 sowie alle Arrangements:
Bernd Wefelmeyer
Alle Lieder- und Zwischentexte außer Titel 2: Monika Jacobs
Studioorchester
Dirigat: Bernd Wefelmeyer
Jürgen Erbe-Chor (Titel 2)
Omnibus-Kinderchor (Titel 6)
Einstudierung und Leitung: Hugo Jahns
Tonregie: Karl Hans Rockstedt