Fundament
Gedichte, Lieder, Briefe

von Kurt Barthel (KuBa)

LP LITERA 8 65 210
Covertext:
„Ein Leben bemißt sich nach dem Erbe, das verbleibt. Ich meine nicht das Sparkassenbuch, die Scherben in der Küche, das Gerümpel an Möbel, die ein Mensch hinterläßt, Ich meine das Denkmal, das sich der Mensch im Herzen der Gesellschaft setzt, die Masse seines tätigen Wirkens, seiner nützlichen Arbeit, sei sie materieller oder geistiger Art, welche sich im Gesamtbau unserer sozialistischen Gesellschaft und ihres von ihr geschaffenen Staates verewigt. In diesem seinem Werk schafft sich der Mensch sein ewiges Leben. Ein anderes gibt es nicht, danach kommt keins. Sein Glück wächst in der Zeit seines schöpferischen Wirkens und erfüllt sich am Gipfel eines ganz ausgefüllten und darum ganz ausgeschöpften Lebens.“ (1964)

Kurt Barthel


Sein Leben und sein künstlerisches Vermögen ganz in den Dienst seiner Klasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei stellend, hat KuBa (Kurt Barthel, 1914–1967) ein Gesamtwerk von poetischer Schönheit geschaffen, das Maßstäbe für unsere sozialistische deutsche Nationalkultur setzt.
Hier ist eine Auswahl getroffen, die das lyrische Schaffen KuBas repräsentiert und zugleich Einblick gibt in das Leben des Dichters und sein künstlerisches Ethos.
Durch das Zurückgreifen auf Frühfassungen der Gedichte (3, 4, 9, 11, 16) bleibt die Ursprünglichkeit von KuBas Werk weitgehend erhalten.
Die ersten der hier vorgestellten Gedichte sind Ausdruck unerfüllter Sehnsüchte und Träume der Bauern und Bergleute seiner erzgebirgischen Heimat (1, 2, 3,). Selbst aus der Arbeiterklasse stammend, schrieb KuBa zuversichtliche, kraftvolle Verse, die seinen Genossen Trost und Mut gaben (4, 5). Auf Arbeitermeetings in der Tschechoslowakei, wo er 1933 politisches Asyl gefunden hatte, und in illegalen Quartieren, bei der Arbeit mit seinen Spielgruppen in den böhmischen Bergen, durch die persönliche Freundschaft mit Louis Fürnberg und Tätigkeit als Redakteur der „Roten Fahne“ reifte er zum Internationalisten (6, 7, 8). Die internationale Arbeiterbewegung wurde ihm eine zweite Heimat. Der Einmarsch der Nazis in Prag brachte die Trennung von seiner Freundin, die ihm bei der Flucht über Polen nach England half, selbst aber zurückbleiben mußte (9, 10, 11, 12).
In England erlebte KuBa den Ausbruch und Verlauf des zweiten Weltkrieges. Voll Schmerz und Zorn richtete er als deutscher Emigrant Gedichte an die deutschen Soldaten (14, 15, 16, 17). Erst nach dem Krieg sind diese Gedichte als Teile des lyrischen Zyklus „Gedicht vom Menschen“, der 1948 in Berlin erschien, in Deutschland angekommen (18). Von der Rückkehr des Dichters nach Deutschland schreibt Günther Deicke: „Er sieht die Trümmer der Städte, aber das Trostlose der Ruinen zu besingen, wäre ihm so schlecht und lebensfeindlich wie die Ruinen selber … Und so dichtet er das schaffende Leben, wie es sich quält, wie es sich müht, wie es lernt, wie es baut, wie es mutig dem ersten kleinen Erfolg den zweiten, größeren hinzufügt, wie es sich freut wie es singt und tanzt. Denn er steht ja selbst mittendrin in diesem Leben.“ (19, 20, 21, 22, 23).
In vielen leidenschaftlichen Reden und Schriften – aber auch einem großen Teil seiner Lyrik – ist KuBas Auffassung von der gesellschaftlichen Funktion der Kunst als „Waffe, Werkzeug und Resultat“ revolutionären Handelns enthalten (24, 25, 26, 27, 28). Die Große Sozialistische Oktoberrevolution als Beginn des kommunistischen Zeitalters ist in KuBas Werken auf begeisternde Art dargestellt (29, 30). Seine Vorstellungen von der Zukunft haben im Epilog zum „Gedicht vom Menschen“ poetische Gestalt angenommen (31).
KuBas starke Persönlichkeit spricht. aus seinem Gesamtwerk, lebt im Rhythmus seiner Verse, die nach wie vor auch für Komponisten anziehend bleiben. So konnten neben Kompositionen von Andre Asriel, Helmut Koch, Kurt Greiner-Pol und Kurt Schwaen auch Vertonungen von Paul Krahwinkel aufgenommen werden – einem jüngeren Komponisten, der sich KuBas Werk auf ganz neue Art aneignet.
Die Wahl des Erich-Weinert-Ensembles der Nationalen Volksarmee als Hauptinterpret ergibt sich aus der engen Verbindung KuBas zu diesem Ensemble, für das er viele Texte geschrieben hat. Die Vielseitigkeit der Interpretationen und der musikalischen Arrangements entspricht dem Anliegen des Dichters: „Ich muß wissen, für wen ich schreibe … Ich will für eine große, breite Menge von Menschen schreiben, die mich verstehen und begreifen.“

Inge Melzer (1974)
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Kurz vorm Ende der Welt
Hans-Peter Minetti

Ein Märchen, das nicht sterben kann
Elsa Grube-Deister

Bergarbeiter
Gerd Micheel

Mailied
Komposition: Paul Krahwinkel
Chor der Humboldt-Universität, Berlin
Leitung: Bernd Pöhlmann

Der Feind hat uns geschlagen
Nachdichtung: Helmut Preißler
Elsa Grube-Deister

Sudetendeutscher Prolet in Prag
Dieter Mann

Aufruf 1936
(Es rosten die starken Maschinen)
Komposition: Dmitri Schostakowitsch
Bearbeitung: Kurt Greiner-Pol
Chor der Humboldt-Universität
Orchester des Erich-Weinert-Ensembles der
Nationalen Volksarmee
Leitung: Siegfried Enders

Gruß an die Tschechen
Otto Mellies

Emigrantenasyl Kattowice
Hans-Peter Minetti

Brief Kubas an seine Freundin,
die er in Prag zurücklassen mußte

Dieter Mann

Die Ufer sind so nah
Komposition: Helmut Plischke
Ingeborg Otto, Sopran
Helmut Plischke, Klavier

Silvester 1939
Gerd Micheel

Deutsches Soldatenlied
Komposition und Bearbeitung: Kurt Greiner-Pol
Alfons Strietz, Bariton
Doppelquartett und Instrumentalgruppe des
Erich-Weinert-Ensembles
Leitung: Siegfried Enders

Aus „Gedicht vom Menschen“
Hitler am Berghof
Otto Mellies

Aus „Gedicht vom Menschen“
Soldat, du Narr!
Hans-Peter Minetti

Aus „Gedicht vom Menschen“
Ostwärts
Otto Mellies

Macht Frieden!
Komposition und Bearbeitung: Paul Krahwinkel
Ingeborg Otto, Sopran
Peter Schneider, Tenor
Sprecher: Otto Mellies
Streichorchester des Erich-Weinert-Ensembles
Leitung: Siegfried Enders


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Brüder! Ein Mai war das heuer
Hans-Peter Minetti

Fundament
Komposition: Helmut Koch
Bearbeitung: Kurt Greiner-Pol
Männerchor und Instrumentalgruppe des
Erich-Weinert-Ensembles
Leitung: Hans-Joachim Bastian

Der Plan
Komposition: Andre Asriel
Bearbeitung: Kurt Greiner-Pol
Doppelquartett und Orchester des
Erich-Weinert-Ensembles
Leitung: Siegfried Enders
Sprechchor und Sprechergruppe des
Erich-Weinert-Ensembles
Leitung: Günther Hitzemann

Brandenburg
Komposition und Bearbeitung: Andre Asriel
Alfons Wolf, Baß
Chor und Orchester des Erich-Weinert-Ensembles
Leitung: Siegfried Enders

Hebespruch
Gerd Micheel

Brot und Wein
Komposition und Bearbeitung: Andre Asriel
Jürgen Freier, Bariton
Orchester des Erich-Weinert-Ensembles
Leitung: Siegfried Enders

Rede KuBas auf der II. Bitterfelder Konferenz (Auszug)

Aus „Gedicht vom Menschen“
Ach Pinsel, Meißel, Tuschen
Hans-Peter Minetti

Aus „Gedicht vom Menschen“
Muß einer tapfer oder dumm und eitel sein
Elsa Grube-Deister

Aus „Gedicht vom Menschen“
Doch, Tapfere gibt es
Otto Mellies

Aus „Gedicht vom Menschen“
Inspiration
Gerd Micheel

Aus „Gedicht vom Menschen“
Der Kreuzer „Aurora“
Hans-Peter Minetti

Aus „Gedicht vom Menschen“
Da aber blieben die Sicheln stehn
Komposition: Kurt Schwaen
Bearbeitung: Kurt Greiner-Pol
Chor und Orchester des Erich-Weinert-Ensembles
Leitung: Hans-Joachim Bastian

Aus „Gedicht vom Menschen“
Sicher wird Mount Everest
Otto Mellies

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Lieder, Gedichte, Prosa von Kurt Barthel (KuBa)
Auswahl und Zusammenstellung: KuBa-Archiv der
Akademie der Künste der DDR

Wortregie: Jürgen Schmidt
Musikregie: Dagmar Vorwerk
Tonregie: Günter Georgi, Karl-Hans Rockstedt