Hilmar Thate singt Brecht
in Kompositionen von Brecht, Dessau, Eisler, Hosalla
LP LITERA 8 60 138
Covertext:
Als Hilmar Thate 1958 zum Berliner Ensemble stieß, um als Givola im Gangster-Spektakel vom „Aufhaltsamen Aufstieg des Arturo Ui“ sein Debüt auf der Bühne Brechts zu geben, war er unter den Schauspielern seiner Generation bereits auf dem Weg in die vordere Reihe darstellerischer Talente. Die große Paris-Tournee des Berliner Ensembles im Sommer 1960 rückte Thate in die Aufmerksamkeit der Internationalen Kritik, die sofort die spezielle Begabung dieses Darsteller-Typs entdeckte, der sich, in der Rolle des Pawel Wlassow in Brechts „Die Mutter“, als Charakterspieler und Sänger vorstellte; eine vitale Intelligenz, gepaart mit Charme und revolutionärer Schärfe des Vortrags. Seitdem hat Humor Thate seine Mittel und Möglichkeiten an Rollen unterschiedlicher Prägung versucht, ausgebaut, entwickelt, an Figuren des elisabethanischen und des sozialistischen Zeitalters. 1965, beim Gastspiel im Londoner National-Theater, bot er Publikum und Kritikern ein Beispiel für die gestische Kraft und Wandlungsfähigkeit künstlerischen Ausdrucks, auf einer Skala, die vom Demagogen Givola über den Communarden Jean Cabet zum großen Coriolan-Gegenspieler Aufidius reicht – und eine Clownerie, Artistik und Gesang fordernde Interpretation wie die des Paul Ackermann aus dem „Kleinen Mahagonny“ durchaus einschließt.

Erfahrungen, Entwicklungen, Erfolge kulminieren in Thates jüngster Darstellung: des Galy Gay in Brechts Lustspiel „Mann ist Mann“, von der Theaterkritik einhellig zu den schauspielerischen Höhepunkten der Saison 1966/67 gezählt.

Auf unserer Aufnahme präsentiert sich Hilmar Thate als Sänger der Lieder Brechts. Es sind Lieder aus Stücken, darunter manche, die Thate in Aufführungen des Berliner Ensembles singt, im „Arturo Ui“ zum Beispiel, In der „Mutter“, in den „Tagen der Commune“. Und es sind Balladen, Liebeslieder und revolutionäre Songs, die er vor allem auch in den Brecht-Abenden des Berliner Ensembles vorgetragen hat, in Berlin und auf vielen Gastspielen im In- und Ausland.
|  Seite 1  |

Auf einen chinesischen Theewurzellöwen
1951

Gegen Verführung
um 1920
Musik: Hans-Dieter Hosalla

Ballade von den Seeräubern
1918
Die Melodie wurde von Brecht einer alten franz. Romanze entlehnt.

Erinnerung an die Marie A.
1921
Musik: Bertolt Brecht (nach einem Volkslied)

Ballade von der Hanna Cash
1921
Musik: Hans-Dieter Hosalla

In den finsteren Zeiten
um 1938

Moderne Legende
1914
Musik: Hans-Dieter Hosalla

O Falladah, die du hangest
1919
Musik: Hanns Eisler


|  Seite 2  |

Die Ballade vom Weib und dem Soldaten
um 1920
Musik: Hanns Eisler

Das deutsche Miserere
1943
Musik: Hanns Eisler

Das Lied von der Moldau
1943
Musik: Hanns Eisler

Kälbermarsch
1943
Musik: Hanns Eisler

Das Lied von der Tünche
1930
Musik: Hans-Dieter Hosalla

Unsere Feinde sagen
1934

Lied für alle, die verzagen wollen
1931
(Im Gefängnis zu singen)
Musik: Hanns Eisler

Bericht über den Tod eines Genossen
1931
(Grabrede)
Musik: Hanns Eisler

Lob des Revolutionärs
1931
Musik: Hanns Eisler

Resolution der Communarden
1935
Musik: Hanns Eisler

Keiner oder alle
1934
Musik: Hanns Eisler

Wahrnehmung
1949

Zukunftslied
1948
Musik: Paul Dessau

Friedenslied
1951
Musik: Paul Dessau

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Gesang: Hilmar Thate

Kompositionen von Brecht, Dessau, Eisler, Hosalla

Klavier: Karl-Heinz Nehring, Henry Krtschil
Gitarre: Ernst König, Dieter Rumstig
Das Orchester des Berliner Ensembles
Musikalische Leitung: Hans-Dieter Hosalla

Regie: Manfred Wekwerth/Joachim Tenschert
Assistenz: Isot Kilian