Hörspielgeräusche 1

Cover 1 2
LP LITERA 8 60 146
Covertext:
Diese Schallplatte wendet sich an den immer größer werdenden Kreis von Amateuren, die Freude an Bandaufnahmen und ihrer Montage, Mischung und Bearbeitung zu hörspielartigen Szenen, Lichtbildervorträgen u. a. m. haben. Sie enthält ein kleines Archiv häufig vorkommender Geräusche, die nach Belieben umgeschnitten und für beliebige Zwecke verwendet werden dürfen (was sonst mit Schallplattenaufnahmen bekanntlich aus rechtlichen Gründen nicht zulässig ist).
Wie verwendet man Geräusche richtig? Dazu einige gedrängte Gedanken.
Die meisten von Menschen wahrgenommenen Geräusche sind ebenso unvermeidliche wie beiläufige, zufällige, manchmal sogar störende Begleiterscheinungen des Alltags. Wenn sie nicht gerade aufdringlich stören, hört man kaum auf sie, da sie für den Hörer nichts Neues, Besonderes oder Wesentliches aussagen.
In einer gegebenen Situation werden für den Hörer nur wenige Geräusche wirklich wichtig, weil sie in bezug auf diese Situation Aussagen machen, die aktiven Einfluß auf sein Denken, Fühlen und Handeln nehmen.
Geräusche der ersteren Art sind für den Tonregisseur uninteressant, er sollte sie konsequent weglassen – ungeachtet der Wahrscheinlichkeit ihres Vorhandenseins. Geräusche der zweiten Art sind als Bestandteile der gewünschten Aussage (z. B. einer hörspielartigen Szene) sehr wichtig; der Tonregisseur sollte sie zweckdienlich nutzen. Nach ihrer Aussagefunktion kann man zwei Geräuschgruppen unterscheiden: Grundgeräusche und Aktions- oder Akzentgeräusche.
Grundgeräusche enthalten Aussagen über den Ort oder das Milieu. Sie charakterisieren den Hintergrund, vor dem sich das Geschehen abspielt und sollten in der Regel einer ganzen Szene (Hörspiel, Film) unterlegt werden. Sie sind überall dort gerechtfertigt, wo die Kenntnis des Milieus für die gewünschte Aussage wichtig oder gar für ihr tieferes Verständnis unerläßlich ist. Hörspielartige Dialoge, die zu dem Ort, an dem die stattfinden, in keiner aussagerelevanten Beziehung stehen – die also an beliebigen anderen Orten ebenfalls stattfinden könnten, bedürfen keines Grundgeräusches. Hat man freilich in einer Szenen- oder Bilderfolge bei einigen Szenen mit Fug und Recht ein Grundgeräusch verwendet, so sollte man im Interesse der stilistischen Einheitlichkeit des Dargebotenen bei den restlichen Szenen auch dort auf Grundgeräusche nicht verzichten, wo sie an sich entbehrlich wären. – Grundgeräusche sollten stets sehr unaufdringlich sein, damit sie nicht vom eigentlichen Vorgang – von der Hauptinformation – ablenken.
Aktions- oder Akzentgeräusche dienen zur akustischen Beschreibung von wichtigen Handlungen und Vorgängen, ohne deren Wahrnehmung man die Szene nicht oder nicht richtig verstehen würde. Ein vorfahrendes Auto, aus dem eine handelnde Person aussteigt; ein bellender Hund, der eine Gefahr anzeigt; oder das zur Handlung gehörige Einschlagen einer Fensterscheibe seien als mögliche Beispiele genannt. Aktions- oder Akzentgeräusche erfüllen in der Regel nur dann ihren Zweck, wenn sie sich groß und deutlich markieren (nicht zu verwechseln mit Lautstärke!). Sie gehören sozusagen zur Hauptinformation und sollten nicht von Nebensächlichem überlagert oder zugedeckt werden. –
Diese Schallplatte enthält nur „natürliche“ (also nicht künstlich erzeugte, sondern der Realität unmittelbar entnommene) Geräusche. Sie sollten deshalb auch nur für Szenen verwendet werden, die unmittelbar reale Vorgänge wiedergeben. Poetisch stark verdichtete, „überhöhte“, „stilisierte“ Texte (wie z. B. in Märchen, Verserzählungen usw.) vertragen sich in der Regel nicht mit natürlichen Geräuschen; hier sind, wenn überhaupt, künstlerisch geformte Geräusche eher am Platz; also auch „Verdichtungen“ und „Überhöhungen“, für die es die mannigfachsten Möglichkeiten gibt (z. B. musikalische Geräusche).
Indessen gehört auch zum richtigen Einsatz natürlicher Geräusche in Szenen, die unmittelbare Lebenswirklichkeit wiedergeben, viel Geschick und Stilgefühl; denn jede aussagefähige Szene ist ja schon ein ausgewähltes und verdichtetes Stück Leben, aus dem alle nicht aussagefähigen Zufälligkeiten ausgeschieden wurden, während natürlichen Geräuschen immer etwas Zufälliges anhaftet. Hier entscheidet die Art des Einsatzes, sie kann aus einem dem Leben abgelauschten zufälligen Alltagsgeräusch durchaus etwa ganz Wesentliches und für das Verständnis des szenischen Vorganges Bedeutendes machen. Trotzdem werden viele Wünsche offen bleiben; nur selten bedient das natürliche Geräusch die durch Text oder Bild angeregte Phantasie des Hörers optimal. Deshalb sollte der Tonregisseur stets von dem Grundsatz ausgehen, daß nicht das Geräusch das beste ist, welches irgendeinen realen Vorgang am genauesten wiedergibt, sondern stets das, was die Vorstellungskraft und Phantasie des Hörers am besten bedient.
Beides fällt selten genug zusammen, weshalb der versierte Tonregisseur oft mit eigenen Mitteln erzählende Geräusche erzeugt und aufnimmt, weil ihm bei seiner spezifischen Aussageabsicht kein Geräuscharchiv der Welt helfen kann. Eine Aufnahme von einem realen Sturm oder einem galoppierenden Pferd erzählt zumeist viel weniger als fachgerecht von einem Geräuschemacher nachgebildete, von Zufallseffekten freie Sturm- und Pferdegeräusche. Selten wird ein reales Lagerfeuer ein so schönes, erzählendes Geräusch liefern wie ein von geschickter Hand bewegtes Stück Knisterpapier. Diese Feststellung soll die Geräusche auf dieser Platte nicht entwerten (ohnehin sind es fast nur solche, die sich nicht künstlich erzeugen lassen), sondern dazu beitragen, daß sie klug und richtig verwendet werden.

J. Schmidt
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Flugzeug – Start
Flugzeug – während des Fluges
Flugzeug – Landung
Hafen mit Kran im Vordergrund
Hafen – Ankerwinden
Gewitterregen
Wasserplätschern
Sturm
Straße
Straßenbahn – ankommend, haltend
Straßenbahn – abfahrend
Pferdefuhrwerk
Kindergarten (spielende Kinder)
Verkehrsunfall
Ankommendes Auto – im Stand laufender,
Motor – abfahrendes Auto
Ankommendes Auto
Abfahrendes Auto
Ankommende S-Bahn
Abfahrende S-Bahn
Ankommende Metro
Abfahrende Metro
Abfahrender Personenzug
Ankommender Personenzug
Abfahrender D-Zug
Im fahrenden D-Zug
Bahnhof



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Box-Veranstaltung
Radrenn-Veranstaltung
Motorbootrennen
Telefon – abheben, wählen, Besetztzeichen
Tierstimmen – Kühe, Schweine, Hühnerhof
Domgeläut
12 Glockenschläge
Notrufmelder
Aufziehen eines Weckers und Weckergeläut
Ladenglocke
Suchen auf der Radioskala
Pistolenschüsse
Gewehrschüsse
Düsenjäger
Schritte auf verschiedenen Treppen
Verschiedene Türen
eine Fensterscheibe wird eingeschlagen
Vorhang auf und zu
Raketenstart mit Vorwarnung
Sputnikgeräusche
Große Maschinenhalle
Rotationsmaschine
Büro – Schreibmaschine
Großbaustelle