Reisen und Abenteuer mit Fummel und Bummel

von Hanna Emuth

LP LITERA 8 60 142
Covertext:
Ich kenne zwei gute Freunde. Sie heißen Fummel und Bummel. Die Namen klingen sehr ähnlich, aber sieht man die beiden, glaubt man gar nicht, daß sie so unzertrennlich sind. Bummel ist ein Teddybär. Er ist groß und rundlich, deshalb bewegt er sich meist langsam, schnell laufen mag er gar nicht. Bei allem, was er tut, ist er sehr vorsichtig und überlegt erst eine Weile, ob es auch richtig ist. Seine braunen Knopfaugen sind dann ganz nachdenklich und die schwarze Nase schnuppert vorsichtig. Leider hört sein Freund Fummel oft nicht auf ihn, weshalb er dann meist in eine verzwickte Lage gerät wie zum Beispiel an der Ostsee. Aber das erzähle ich euch später. Fummel ist ein Spielzeugäffchen. Mit seinen langen Armen und Beinen springt es so schnell hin und her, daß Bummel gar nicht hinterherkommt. Das Besondere an ihm ist der lange Schwanz, mit dem es sich festhalten oder den dicken Teddy ziehen kann, wenn sie es beide einmal besonders eilig haben wie damals, als sie unbedingt zum Weihnachtsmann wollten.

Fummel und Bummel sind in der ganzen Nachbarschaft bekannt. Jeder hat sie gern. Sie sind immer lustig und keine Spielverderber. Und sie helfen auch immer, wenn sie gebraucht werden. Was hätte zum Beispiel Frau Katze Schnurrich ohne die beiden angefangen, als ihre Katzenkinder verschwunden waren?

Aber ich muß euch auch sagen, daß die Freunde, vor allem das Äffchen, manches Mal viel Unfug anstellen und sich und anderen unnütze Sorgen machen. Ich will euch zum Beweis die Geschichte erzählen, die den beiden an der Ostsee passiert ist.

Jedes Kind weiß, daß man nicht zu tief ins Wasser gehen darf, wenn man nicht schwimmen kann. Teddy Bummel lag deshalb mit dem Bauch im warmen Sand und übte eifrig: Arme zusammen nach vorn stoßen dann auseinandernehmen und einen Halbkreis zeichnen. Er hatte das einmal bei einem Frosch gesehen. Bummel schwitzte schon, so strengte er sich an, und dann war es ja auch soo warm! Neidisch sah er dem großen, buntgestreiften Wasserball zu, der lustig auf den Wellen tanzte. Ball Fliegweg wollte zu gern mit dem Teddy spielen, aber der traute sich einfach noch nicht ins Wasser. Fummel aber gab mächtig an. Ich kann schwimmen, sagte er. Und überhaupt, im Wasser kann man ja stehen. Man nimmt einfach ein Stück Holz und stellt sich darauf. Na, das hättet ihr sehen sollen! Fummel kippte, als er das ausprobieren wollte, hast-du-nicht-gesehen, nach vorn und fiel ins Wasser. Als er mit Armen und Beinen um sich schlug und immer wieder untertauchte, merkten alle, daß er gar nicht schwimmen konnte. Und wenn Bummel den Freund nicht mit einem Tau aus dem Wasser gezogen hotte, wobei ihm der Krebs half, wäre es dem Äffchen schlimm ergangen. Es hat also gar keinen Zweck, mit einer Sache zu prahlen, die man nicht kann. Lieber soll man sagen, es geht noch nicht, und sich Zeit lassen, es zu lernen. Das wird jeder verstehen. Fummel hat das auch eingesehen, als er pitschnaß am Strand lag und mächtig viel Wasser ausspuckte.

Weil wir gerade vom Lernen sprechen, muß ich an das Abenteuer mit den Katzenkindern denken. Ihr habt vielleicht schon ganz kleine Kätzchen gesehen, die wie Wollknäuel aussehen und in den ersten Tagen die Augen noch ganz fest zumachen. Wenn sie so klein sind, sind sie besonders niedlich, und jeder will sie streicheln. Aber gerade in dieser Zeit müssen sie bei ihrer Mutter bleiben und Milch von ihr trinken, damit sie schnell wachsen. Fummel wußte das alles nicht. Als Katze Schnurrich vom Nachbarhof junge Kätzchen zur Welt brachte, hatte das Äffchen nur einen Wunsch: mit so einem Katzenjungen wollte es sofort spielen! Kinder hatten die Kätzchen in einen Puppenwagen gelegt, fest zugedeckt und mit Kartoffelbrei gefüttert. Fummel war begeistert. Als Bummel ihm erklärte, wie schlecht das für die Katzenkinder ist, wurde er ganz traurig. Aber dann verstand er, daß er erst mit ihnen spielen könne, wenn sie größer wären. Und schnell lief Fummel zur Katze Schnurrich, die laut miaute und ihre Kinder überall suchte, und erzählte ihr, wo die Kleinen wären. Ja, so kann es einem gehen. Fummel konnte froh sein, daß Teddy Bummel ihm gleich alles richtig erklärt hatte, da würde er das nächste Mal besser Bescheid wissen.

Fummel hatte Bummel sehr lieb und wollte ihm schrecklich gern auch einmal helfen. Meist war es nämlich so, daß Bummel dem Äffchen beistehen mußte. Da passierte dem Teddy die Sache zu Ostern. Beide Freunde wollten der Märchentante etwas schenken. Von der Henne Gackeline holten sie besonders große Eier und bepinselten sie mit bunter Ostereierfarbe. Die Eier legten sie dann in ein selbstgebasteltes Körbchen. Um die Märchentante zu überraschen, kletterten sie heimlich durch das Fenster in ihr Zimmer. Dabei passierte es – Bummel stieß an eine Eiervase, sie fiel herunter und zerbrach. Fummel und Bummel erschraken! Bummel wollte es ja der Märchentante gleich sagen. Aber Fummel meinte, die Märchentante würde auf den Freund sicher böse sein und ihm nichts zu Ostern schenken. Er überredete den Teddy, so zu tun, als sei nichts passiert. Das war nicht richtig von ihm. Denn, wißt Ihr, was geschah? Ein Mädchen wurde verdächtigt, die Vase kaputtgemacht zu haben. Besonders schäbig war, daß die beiden Freunde auch jetzt noch nichts sagten! Jedem kann einmal etwas entzweigehen. Ihr habt sicher auch schon einmal etwas heruntergeworfen. Dann muß man das natürlich gleich sagen und sich überlegen wie man den Schaden wieder gutmachen kann. Schwindeln ist feige, außerdem kommt sowieso jede Lüge heraus. Das merkten auch Fummel und Bummel. Sie hatten die ganze Zeit schon ein sehr schlechtes Gewissen, besonders als der Osterhase kam. Und wenn Fummel und Bummel nicht noch in allerletzter Minute alles gebeichtet hätten, wären sie ohne Ostereier und Schokoladenosterhasen nach Hause gegangen. Was doch sehr traurig gewesen wäre, nicht wahr?

Zum Schluß will ich euch noch erzählen, wie der Teddy und das Äffchen mit dem Weihnachtsmann sprachen. Überall lag Schnee, Glöckchen klingelten, und es roch nach Pfefferkuchen. Fummel und Bummel standen vor einem Spielzeugladen. Sie hatten ganz platte Nasen, so dicht preßten sie ihre Gesichter gegen die Schaufensterscheibe. Viele schöne Sachen lagen dahinter. Große Autos, Baukästen, Schaukelpferde, eine Eisenbahn und ein Flugzeug. Sie sahen auch einen großen Kran und einen Rodelschlitten, Fummel war ganz aufgeregt. Sofort wollte er das ganze Spielzeug haben. Bummel dachte vernünftiger. Wenn einer so viel will, sagte er, dann bleibt ja für die anderen nichts. Und jeder möchte doch zu Weihnachten ein Geschenk haben. Aber Fummel hörte ihm überhaupt nicht zu. Er rannte einfach davon. Zum Weihnachtsmann wollte er, um ihm die Meinung zu sagen. Dann würde er schon bekommen, was er wollte. Was sollte Teddy Bummel tun? Er konnte den Freund doch nicht allein laufen lassen. Er erwischte gerade noch den Affenschwanz und hui, ließ er sich mitziehen. Wohl war ihm dabei nicht, er fand, Fummel sei sehr unbescheiden. Das ist sicher auch eure Meinung, nicht? Der Weihnachtsmann sagte das auch. Er wurde böse, weil Fummel so bockig und unvernünftig blieb. Zur Strafe sollte er gar nichts bekommen, Bummel aber durfte mit im Weihnachtsschlitten fahren. Da tat Bummel etwas, was ein guter Freund immer tun sollte. Er sagte dem Äffchen noch einmal gründlich, daß es nicht recht hätte. Endlich sah Fummel ein, daß man nicht nur an sich denken kann. Es tat ihm leid, daß Bummel und der Weihnachtsmann traurig über ihn waren und daß er durch seine Schuld nicht mit im Weihnachtsschlitten fahren durfte. Bummel aber dachte, wenn einer seinen Fehler einsieht, wird er ihn auch nicht wiederholen. Er bat den Weihnachtsmann, ob sie nicht doch beide im Schlitten fahren dürften. Tatsächlich – der Weihnachtsmann nickte. Und beide erlebten eine tolle Fahrt.

Maud Klevenow
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Fummels und Bummels Osterbesuch

Fummel - ein Spielzeugaffe: Rolf Ripperger
Bummel - ein Teddy: Wolfgang Lippert
Meister Schleckermaul - ein Osterhase: Robert Assmann
Märchentante: Inge Chrobock


Fummel und Bummel mit den Katzenkindern

Fummel - ein Spielzeugaffe: Rolf Ripperger
Bummel - ein Teddy: Wolfgang Lippert
Frau Schnurrich - eine Katzenmutter:  
Ingeborg Medschinski
Karo - ein Hund: Fritz Hollenbeck
Gackeline - eine Henne: Berti Deutsch
Gackerine - eine Glucke: Maritta Hübner
Erzählerin: Inge Chrobock



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Fummel und Bummel an der Ostsee

Fummel - ein Spielzeugaffe: Rolf Ripperger
Bummel - ein Teddy: Wolfgang Lippert
Fliegweg - ein Wasserball: Peter Groeger
Zwickzwack - ein Krebs: Robert Assmann
Tau: Joachim Hoyer
Zwei Möwen: Irmgard Preuß, Johanna Voelkel
Erzählerin: Inge Chrobock


Fummel und Bummel beim Weihnachtsmann

Fummel - ein Spielzeugaffe: Rolf Ripperger
Bummel - ein Teddy: Wolfgang Lippert
Pit - ein Weihnachtszwerg: Günter Meyer-Brede
Schaufenster: Berti Deutsch
Hammer: Joachim Hoyer
Weihnachtsmann: Maximilian Larsen
Märchentante: Inge Chrobock