Von 01 bis 99 –
Dampflokomotiven der Deutschen Reichsbahn

LP LITERA 8 65 252
Covertext:
Das Zeitalter der Dampflokomotive geht zu Ende. Seit über 150 Jahren rollen Dampflokomotiven über die Schienenwege der ganzen Welt.
Die Entwicklung des Dieselmotors, die Beherrschung der Getriebetechnik und die Fortschritte des Elektromaschinenbaus leiteten eine neue Epoche im Eisenbahnwesen ein; es wird nur noch wenige Jahre dauern, bis die letzten Dampflokomotiven durch moderne Diesel- und Elektrolokomotiven abgelöst sind. Sie erfüllen die Zugförderungsaufgaben wirtschaftlicher und umweltfreundlicher.
Obwohl die Dampflokomotive technisch überholt ist, findet sie bei Eisenbahnern und traditionsbewußten Eisenbahnfreunden als ein Stück lebendiger Verkehrsgeschichte nach wie vor ihre Bewunderer. Begegnen wir ihr irgendwo auf den Schienensträngen, so geht von ihrer kraftvollen Bewegung, dem Spiel ihrer Räder und Stangen, der Wuchtigkeit des Kessels und der nicht nur den Fachmann beeindruckenden „Sprache“ ihrer markanten Arbeitsgeräusche eine starke Faszination aus.
Schon die Geräusche der abfahrtbereiten Lok – das Brummen des unter Spitzendruck stehenden Kessels, das Zischen des Dampfes aus einem undichten Ventil, das Summen der Lichtmaschine oder der Schlag der Luftpumpe – beeindrucken. Sie vermitteln eine Vorstellung von der Gewalt der in den Dienst des Menschen gestellten, gebändigten Naturkraft. Wer aber hat noch keinem abfahrenden Zug nachgesehen und verfolgt, wie sich die Lok mit ohrenbetäubendem Zischen und knallenden Auspuffschlägen in Bewegung setzt, wie dann die Abdampfgeräusche allmählich in einen Trommelwirbel übergehen, bis der Zug mit gleichförmigem Rauschen und dem rhythmischen Geklapper der Wagenachsen in der Ferne verschwindet?
Maler, Poeten und Musiker machten die Dampflok wiederholt zum Gegenstand künstlerischer Darstellung. So schuf z. B. der Komponist Arthur Honegger 1923 sein Konzertstück „Pazific 231“ (Pazific – hier Gattungsname für Schnellzuglokomotiven einer bestimmten Bauart).
In Bild und Wort ist über die Dampflokomotiven bereits recht viel berichtet worden. Tondokumente von ihr sind dagegen selten.
Autor, Konzeptoren und Tonregisseur stellten sich die Aufgabe, Tondokumente von den letzten Dampflokomotiven der Deutschen Reichsbahn zu schaffen.
Technisch exakt und nicht ohne Sinn für etwas Eisenbahnromantik wurden Lokomotivgeräusche aufgenommen, wurde in das Bahnhofsleben und in die Arbeit der „schwarzen Männer“ hineingelauscht und so eine dampfloktypische Eisenbahnatmosphäre wiedergegeben. Der Autor, selbst begeisterter Hobby-Eisenbahner, stellte sich an Bahndämmen auf, stieg auf Stellwerke und fuhr auf Führerständen von Lokomotiven mit; auch entlegene Winkel wurden zugunsten einer guten Tonqualität aufgesucht. Es entstanden Tonaufzeichnungen einer großen Zahl von Lokomotiven, von denen die gelungensten für die Platte ausgewählt wurden. Die Auswahl kann – in bestimmten, von äußeren Umständen diktierten Grenzen – als repräsentativ für den Dampflokpark der Deutschen Reichsbahn gelten, wie er etwa Ende der sechziger Jahre bestand. Viele der hier festgehaltenen Lokomotivtypen wurden inzwischen längst außer Dienst gestellt oder machen ihre letzten Fahrten.
Selbstverständlich wird es vor allem dem Kenner der Dampflokomotiven vorbehalten bleiben, die Geräusche im Detail richtig zu deuten, also etwa die Arbeitsgeräusche eines Zwillingstriebwerkes von denen eines Drillingtriebwerkes zu unterscheiden oder den Schlag der Doppelverbundluftpumpe, das Blasen des Sicherheitsventils und die rauschende Dampfstrahlpumpe auszumachen. Aber auch der interessierte Laie und Eisenbahnfreund wird seine Freude haben, wenn er etwa den vorbei rasenden Schnellzug, die schwer bergan keuchende Güterzuglok oder den aus der Ferne heranbimmelnden Schmalspurzug verfolgt.
Nur wenige Dampflokomotiven werden einen Platz im Verkehrsmuseum erhalten oder in späteren Jahren – betriebsfähig gehalten – einen Traditions- oder Jubiläumszug befördern. In der Erinnerung aber bleiben nicht nur die Lokomotiven selbst; unsere Achtung gebührt vor allem den Männern, die sie oft unter härtesten Bedingungen bedienten, die sie beherrschen lernten und dabei ihrem schweren, aber doch schönen und anstrebenswerten Beruf nachgingen. –

W. Liebschner, R. Steinicke (1978)
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1. Szene:
a) BR 01.1
b) S 36.20
c) 2’C 1’ h 2
d) Vmax 130
e) Tr 2000
f) 1. Bj 1934
g) Reko DR 1962
h) Ta 18. 9. 76

2. Szene:
a) Vorspannlok BR 02.0
b) S 36.20
c) 2’C 1’ h 3
d) Vmax 175
e) Tr 2300
g) Reko DR 1961
h) Ta 12. 6. 77
i) Ölhauptfeuerung, Rekonstruktion aus 61 002 Baujahr 1939

3. Szene:
a) Zuglok BR 01.2
b) S 36.20
c) 2’C 1’ h 2
d) Vmax 130
e) Tr 2000
f) 1. Bj. 1925
h) Ta 12. 6. 77

4. Szene:
a) BR 03.0
b) S 36.18
c) 2’C 1’ h 3
d) Vmax 140
e) Tr 2000
f) 1. Bj. 1939
g) Reko DR 1959
h) Ta 19. 7. 77
i) Ölhauptfeuerung

5. Szene:
a) BR 03.2
b) S 36.18;
c) 2’C 1’ h 2
d) Vmax 130
e) Tr 2000
f) 1. Bj. 1930
h) Ta 17. 3. 77

6. Szene:
a) BR 35.18 ex 23 (hoch 10)
b) P 35.18
c) 1’C 1’ h 2
d) Vmax 110
e) Tr 1750
f) 1. Bj. 1955
h) Ta April 68
i) Neubaulok DR

7. Szene:
a) BR 38.1 ex pr P 8
b) P 35.17
c) 2’C h 2
d) Vmax 100
e) Tr 1750
f) 1.Bj. 1906
h) Ta 21. 9. 69

8. Szene:
a) Schiebelok BR 58.1 ex pr G 12
b) G 56.16
c) 1’E h 3
d) Vmax 65
e) Tr 1400
f) 1. Bj 1917
h) Ta 22. 2. 69

9. Szene:
a) BR 41.1
b) G 46.18/20
c) 1’D 1’ h 2
d) Vmax 90
e) Tr 1600
f) 1. Bj 1936
g) Reko DR 1959
h) Ta 17. 4. 77

10. Szene:
a) BR 44.0
b) G 56.20
c) 1’E h 3
d) Vmax 80
e) Tr 1400
f) 1.Bj 1926
h) Ta 16. 4. 77
i) Ölhauptfeuerung

11. bis 13. Szene:
a) BR 50.1
b) 56.15
c) 1’E h 2
d) Vmax 80
e) Tr 1400
f) 1. Bj 1939
h) Ta 12. 3. 77


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14. Szene:
(siehe 11. bis 13. Szene)

15. Szene:
a) BR 52.1
b) G 56.15
c) 1’E h 2
d) Vmax 80
e) Tr 1400
f) 1. Bj 1942
h) Ta 22. 2. 69

16. Szene:
a) Vorspannlok BR 75.1 ex sächs XIV HT
b) Pt 35.16
c) 1’C 1’ h 2
d) Vmax 75
e) Tr 1590
f) 1. Bj 1911
h) Ta 12. 6. 77
i) Museumslok Verkehrsmuseum Dresden
a) Zuglok BR 62.1
b) Pt 37.20
c) 2’C 2’ h 2
d) Vmax 100
e) Tr 1750
f) 1. Bj 1928
h) Ta 12. 6. 77
i) Museumslok Verkehrsmuseum Dresden

17. Szene:
a) BR 65.1
b) Pt 47.17
c) 1’D 2’ h 2
d) Vmax 90
e) Tr 1600
f) 1. Bj 1954
h) Ta 16. 4. 77
i) Giesl-Flachejektor, Neubaulok DR

18. Szene:
a) Werklok 1 RAW Görlitz ex 89 6024
b) Gt 33.10
c) C n 2
d) Vmax 45
e) Tr 1100
f) 1. Bj 1910
h) Ta 17. 6. 73

19. Szene:
a) BR 92.1
b) Gt 44.14
c) D h 2
d) Vmax 40
e) Tr 1100
f) 1. Bj 1930
h) Ta Juli 70
i) Elna-Lok

20. Szene:
a) BR 94.2 ex sächs XI HT
b) Gt 55.16
c) E h 2
d) Vmax 60
e) Tr 1260
f) 1. Bj. 1908
h) Ta 27. 9. 75
i) Riggenbach-Gegendruckbremse

21. Szene:
a) BR 95.0 ex pr T 20
b) Gt 57.19
c) 1’E 1’ h 2
d) Vmax 65
e) Tr 1400
f) 1. Bj 1922
h) Ta 16. 4. 77
i) Ölhauptfeuerung

22. Szene:
a) BR 99.1 ex Nachbau sächs VI K
b) K 55.9
c) E h 2
d) Vmax 30
e) Tr 800
f) 1. Bj 1923
g) Reko DR 1963
h) Ta 30. 1. 72
i) Spurweite 750 mm

23. Szene:
a) BR 99.7
b) K 57.10
c) 1’E 1’ h 2
d) Vmax 40
e) Tr 1000
f) 1. Bj 1954
h) Ta 19. 7. 73
i) Spurweite 1000 mm, Neubaulok DR

24. Szene:
a) BR 99.1 ex sechs IV K
b) K 44.8
c) B’ B’ n 4 v
d) Vmax 30
e) Tr 780
f) 1.Bj 1892
g) Reko DR 1962
h) Ta 10. 6. 73
i) Spurweite 750 mm, Vierzylinder-Verbundtriebwerk Bauart Meyer

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Sprecher: Klaus Feldmann

Tonaufnahmen: Dieter Fröbel
Auswahl und Zusammenstellung: Dieter Fröbel, Winfried Liebschner, Rolf Steinicke
Tonregie (Stereophonisierungen): Karl Hans Rockstedt


Erläuterungen:
a) Baureihe, frühere Länderbezeichnung und ergänzende Angabe über Gestellung im Zuge
b) Gattungsbezeichnung (S = Schnellzuglok, P = Personenzuglok, G = Güterzuglok, Pt = Personenzugtenderlok, Gt = Güterzug-tenderlok, K = Schmalspurlok)
c) Bauart
d) Zulässige Höchstgeschwindigkeit (km/h)
e) Treib- und Kuppelraddurchmesser (mm)
f) Erstes Baujahr
g) Jahr der Rekonstruktion
h) Tag der Tonaufnahme
i) Besonderheiten