Zwei liebevolle Schwestern …
Zeitgeschichtliche Dokumente
LP LITERA 8 60 042
Covertext:
„Zwei liebevolle Schwestern“ – Moskau und Berlin! Als Geschwister symbolisieren die Hauptstädte unserer Staaten die unauflösliche Verbundenheit unserer Völker, symbolisieren sie das Leben und die Lebenskraft, die Gegenwart und die Zukunft unserer sozialistischen Gesellschaftsordnung und Menschengemeinschaft.
Die Kraft, aus den Leiden unserer Völker geboren, ist mit der Befreiung aus der Herrschaft der Kapitalisten und Großgrundbesitzer gewachsen. Nun gehören wir beide zur Familie der sozialistischen Staaten, uns beide verbindet eine feste Freundschaft und der unbeugsame Wille, ein glückliches Leben in Frieden für alle Völker zu schaffen.
Die Menschen unserer Schwesterstädte mußten in der Geschichte ihrer Völker viel Leid ertragen; Leid, weil die Macht nicht ihnen, sondern jenen gehörte, die ihre eigenen Völker ausbeuteten und andere Völker unterdrückten. Lenin war es, der Rußlands Arbeiter und Bauern lehrte, die Macht der Kapitalisten und Großgrundbesitzer zu zerschlagen; Lenin war es, der 1917 die Oktoberrevolution zum Siege führte. Der Funke, den er schlug, die Flamme; die er entzündete, das Feuer der sozialistischen Revolution hat die Welt verändert.
Am 8. Mai 1945, mit der Zerschlagung des Hitlerfaschismus, ging die Saat auf, die die Patrioten unseres Volkes im Bruderbund mit Lenins Volk, Lenins Partei, Lenins Staat gesät hatten. Auch auf deutschem Boden erwuchs ein sozialistischer Staat, unsere Deutsche Demokratische Republik. Schwer waren die Wege des Neubeginns; wir beschritten sie, gestützt auf die Hilfe unserer Befreier, in brüderlicher Freundschaft, in einer Freundschaft, die nie versiegt.
Zu ihren schönsten Symbolen zählen die zwei liebevollen Schwestern.
Dank und Anerkennung möchte ich den Schöpfern dieser Dokumentation aussprechen, haben sie uns doch ein wertvolles Material geschenkt, das die schöpferische Durchsetzung des Leninismus in unserer Republik dokumentiert. Es wird uns allen im Lenin-Jahr 1970 und darüber hinaus schöne Dienste leisten.

Präsident der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft


Ich weiß nicht, wo Sie sich diese Schallplatte anhören werden – zu Hause, in einer Schule, im Klubraum Ihres Betriebes?
Zu Hause sollten Sie sich fragen, ob dieses Haus noch stünde oder wieder aufgebaut wäre, wenn für uns der Friede noch immer die kürzest notwendige Pause zwischen zwei Kriegen wäre. Denn, daß wir die längste Friedensperiode unseres Jahrhunderts durchsetzen konnten, das danken wir dem Anderswerden in uns und um uns. Und eben dies begann für uns mit der Befreiung durch die Armeen des ersten sozialistischen Friedensstaates der Welt.
In der Schule sollten Sie überlegen, ob das Geschichtsbuch Licht statt Nebel verbreiten könnte, wenn nicht der Leninismus als Marxismus unserer Epoche Eingang gefunden hätte in alle Klassenzimmer damit das Klassenziel der Arbeiterklasse, die neue, sozialistische, also menschliche Gesellschaft, erreicht werden kann. Im Deutschbuch stünde weder der Text von Heine und Brecht, noch der von Gorki und Puschkin, wenn nicht die Fesseln der Nazibarbarei gesprengt worden wären. Und das Schulfach Russisch ist uns Schlüssel für ein Drittel des Erdballs, um über Zunge und Ohr an die Herzen unserer Weggenossen in der sozialistischen Völkergemeinschaft zu gelangen.
Im Betrieb aber sollten Sie sich fragen, ob da für Tausende Arbeit und Brot so sicher wären, wenn nicht die zuverlässigen Handelsverbindungen zwischen der DDR und der Sowjetunion in unerhörtem Ausmaß für Aufträge, Material und gesicherten Absatz sorgen würden; auch, ob wir so rasche Fortschritte in der Rationalisierung und Automatisierung unserer Werke erreichen könnten, wenn nicht die zunehmende Wissenschafts- und Industriekooperation mit der Sowjetunion Patente, Lizenzen und Automatisierungsmittel zum gegenseitigen Vorteil in den Austausch unserer Länder einbeziehen würde. Und schließlich bleibt da die Frage, ob wir uns damit begnügen dürfen, unseren Beitrag an die Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft zu entrichten oder ob es nicht viel mehr darum geht, durch beste Leistungen an unserem Platz die Brücke zwischen unseren beiden Ländern noch breiter und stabiler zu bauen damit Generationen über sie in eine glückliche Zukunft gehen können.
Diese Schallplatte kann und will nicht eine Enzyklopädie der deutsch-sowjetischen Beziehungen sein. Sie will Denkanstöße geben, Erinnerungen wecken, Mut machen für die neuen Aufgaben, an denen sich unsere Freundschaft bewähren muß. Und manchen unter den Jüngeren mag durch die Worte der Augenzeugen lebendig werden, was bereits Geschichte geworden ist, denn das Verständnis der Vergangenheit hilft bei der Gestaltung der Gegenwart und Zukunft.

Günter Herlt (1970)
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I. Das Bündnis ist allgegenwärtig

„Zwei liebevolle Schwestern“
(Auszug)

Daß die Dichter immer übertreiben müssen …
(Dialog)

Impression vom Berliner Gastspiel des Moskauer Bolschoi Balletts in der Deutschen Staatsoper während der Berliner Festtage im Oktober 1969

Aus Moskau kamen nicht nur Moskauer …
Wir wurden von Halle aus …

(Interview mit Studenten aus der DDR, die in der Sowjetunion studieren)

300 Meter hoch …
Eben ist oben an der hell erleuchteten Bühne …

(aus einer Reportage über den Bau des Kraftwerkes Boxberg)

Gäbe es nicht dieses Lied …


II. Die Freundschaft hat tiefe Wurzeln

Nun klingt das Lied schon anders …
(Dialog)

Der Strafprozeß vor dem 4. Senat …
(Szene: Gerichtsverhandlung im Jahre 1812)
Das Urteil sprach die Geschichte …
Wenn in diesen schicksalsschweren Tagen …
(Szene: Gerichtsverhandlung im Jahre 1916)
Das Urteil fiel hart aus …
Ich verteidige mich selbst …
(Szene: 1919 – Ein Angeklagter klagt an)


III. Es gab immer zwei Deutschland

Es wird dir nicht entgangen sein
(Dialog)

War es diese Einsicht …
Es war im November 1917 …
(Bericht des Arbeiterveteranen Rudolf Bernstein, eines ehemaligen Soldaten der kaiserlichen deutschen Armee)

Die internationale Solidarität …
Als Antwort darauf …
(Bericht des Arbeiterveteranen Willi Perk über die Solidaritätsaktion „Hände weg von Sowjetrußland“ – Mai bis Oktober 1920 – in seinem Betrieb)

An dieser Wand zerschellte die Intervention …
Es war Ende der zwanziger Jahre …
(Bericht des Arbeiterveteranen Erich Rübe – Auftrag aus der Sowjetunion für einen Berliner Betrieb während der Weltwirtschaftskrise 1929–1932)

Das Kruppzeug schob Hitler an die Macht …
Das war für mich ein schwerer, aber auch ein bedeutsamer Entschluß …
(Bekenntnis von Wilhelm Adam, dem ehemaligen 1. Adjutanten der 6. Armee der faschistischen deutschen Wehrmacht)

Als Adenauer Rosen züchtete …
Wenn Genosse Ulbricht mit der Gruppe der Genossen …
(Bericht eines Offiziers der Roten Armee)
Wir sprechen zu euch als Deutsche …
(Walter Ulbricht, Mitglied des Politbüros des ZK der KPD und Reichstagsabgeordneter, an der Stalingrader Front)

Unter den Schlägen der Sowjetarmee …
Als ich auf dem Roten Platz stand …

(Bekenntnis eines sowjetischen Offiziers nach dem 8. Mai 1945)

„Dank an die Sowjetarmee“
(Wer hat vollbracht all die Taten)
Worte: Johannes R. Becher
Musik: Ernst Hermann Meyer
(Auszug)


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IV. Die Männer mit dem roten Stern am Helm

Ein sowjetischer Offizier …
(Dialog)
Es waren Bürger der Sowjetunion …
(Oberst Sergej Tulpanow, Beauftragter der SMAD im Jahre 1946 über die ersten Maßnahmen der Sowjetunion nach dem 2. Mai 1945 in Berlin)

Dann mußten wir beginnen …
Um 23 Uhr rollt nun hier der erste Zug …

(aus einer Reportage über die Ankunft der ersten sowjetischen Traktoren am 2. April 1949 in Frankfurt/Oder)

Eisen und Stahl mußten wieder fließen …
Es ist wirklich ein herrlicher Anblick …

(Reportage aus dem Jahre 1951 über den Aufbau des Eisenhüttenkombinats Ost)

Hunderttausende hatten die Freundschaft an sich selbst erfahren …
Heute sind wir es …

(aus der Ansprache von Prof. Dr. Jürgen Kuczynski anläßlich der Umbildung der Gesellschaft zum Studium der Kultur der Sowjetunion in die Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft im Juli 1949)

Die DDR konstituierte sich …
Angesichts der erwähnten Beschlüsse …

(Volkskammerpräsident Prof. Dr. Johannes Dieckmann nach der Übergabe der Verwaltungsfunktionen der SMAD an die Provisorische Regierung der DDR am 10. Oktober 1949)

Einige Zeit darauf folgten Maßnahmen …
Berlin, den 31. Dezember 1953 …

(Feierliche Übergabe des SAG-Betriebes Elektroapparatewerke Berlin-Treptow an die DDR)

Die Brücke der Freundschaft …
Vor kurzem waren bei uns zu Gast …

(Boris L. Matussow, Sekretär der Betriebsgruppe der Gesellschaft für Sowjetisch-Deutsche Freundschaft des Leningrader Swerdlow-Werkes 1963 über den Besuch von Neuerern aus dem Fritz-Heckert-Werk Karl-Marx-Stadt im Jahre 1963)

„Kalinka“
Russisches Volkslied
Es singt das Alexandrow-Ensemble
(Auszug)
Die Wirkung dieser Klänge damals …
(Kommentar)


V. Arm in Arm ins nächste Jahrtausend

Der Kalender zeigt den Beginn der siebziger Jahre …
(Dialog)

Ich stehe noch unter dem Eindruck …
(aus der Rede des Ersten Sekretärs des ZK der SED und Vorsitzenden des Staatsrates der DDR Walter Ulbricht auf der Freundschaftskundgebung im Kongreßpalast des Kreml am 12. Juni 1964)

Eine tiefe Logik liegt in der Verschmelzung …
Der gesamte Prozeß …

der Information (Leipziger Frühjahrsmesse 1969 – Reportage über die erste Datenfernübertragung Leipzig-Moskau)

Im Frühjahr 1969 fuhr eine Partei- und Regierungsdelegation …
Wenn der deutsche Imperialismus zwei Weltkriege entfesselte …

(aus der Ansprache des Generalsekretärs des ZK der KPdSU Leonid Breshnew auf dem Festakt „20 Jahre DDR“ am 6. Oktober 1969)

Diese Welt, das sind zwei Welten …
(Kommentar)

„Kosmos“
(Kosmoslied. Von den Sternen klingt Musik)
Worte: Petra Robacki
Musik: Hans-Dietrich Vogel
Gerd Michaelis-Chor
Orchester Gerhard Kneifel
(Auszug)

Es bleibt nicht viel zu sagen …
(Schlußkommentar)

„Zwei liebevolle Schwestern“
(Was in der Welt von gestern)
Worte: Kuba
Musik: Hanns Eisler
Gesang: Gisela May
Jazzensemble
Leitung: Hanns Eisler
(Das Lied entstand anläßlich des 40. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution – Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1957)

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Sprecher: Irmgard Düren, Hans Hildebrandt
Reporter: Werner Fink
Richter: Rolf Ripperger
Angeklagter: Klaus Piontek
Kommentar: Günter Herlt

Dokumentation: Georg Dannenberg

Regie: Werner Schurbaum
Produktion und Aufnahmedramaturgie: Joachim Herz
Redaktion: Hannelore Grünberg