Ein freier Tag mit Clown Ferdinand
Single LITERA 5 60 092
Covertext:
Meine lieben kleinen Freunde!
Heute überreich ich Euch wieder eine funkelnagelneue Schallplatte. Von mir für Euch. Bevor Ihr Euch aber vor den Plattenspieler setzt, muß ich Euch noch so einiges erklären.

Zum Beispiel die Angelegenheit mit meinem Robertchen. Ihr wißt bereits, daß Robertchen ein Papagei ist. Ein Papagei, der sprechen und singen kann. Nun wette ich aber, daß Ihr auch wissen möchtet, wie ich zu diesem bunten Freund eigentlich gekommen bin. stimmt’s? Oho – seid Ihr aber neugierig! Na gut, ich will es Euch erzählen ...

Kennt Ihr die lange Chaussee draußen vor der Stadt? Da bin ich mal spazierengegangen. An einem Sonntag vor vielen vielen Jahren. Ich kann mich noch genau erinnern, daß es ein heißer Sommertag war und daß ich gerade nichts zu tun hatte. Frische Luft kann Dir nicht schaden, sagte ich mir. Das ist gesund. Also ging ich spazieren. Als ich dann in den Wald kam, fing ich an schön tief zu atmen. Meine Lunge lachte vor Freude. Und da hörte ich plötzlich eine Stimme. „Guten Tag!“ – sagte die Stimme.

Ich drehe mich um. Nichts. Ich drehe mich nach allen Seiten. Nichts. Der Wald ist leer. Ich bin das einzige Lebewesen weit und breit. „Guten Tag!“ - wiederholt die Stimme. Und nun habe ich ihn entdeckt. Er saß auf einem Ast. Es war ein Papagei. Bunt und schön.
„Guten Tag!“ – gab ich höflich zurück.
„Ich heiße Rrrroberrrrt“ – sagte der Vogel.
„Mein Name ist Ferdinand“ – stellte ich mich vor. Die Freundschaft wurde bald geschlossen, und wir plauderten dann viele Stunden lang aber dies und jenes, über Menschen und Tiere, über Kosmonauten und über die Straßenbahn, über die Tante Pieworeit in unserer Straße und über die große weite Welt, dann wieder über den bösen Jungen Georg und uber die gute Angelica ... Ach, wir hätten noch lange plaudern können, aber inzwischen war die Nacht hereingebrochen, ohne daß wir es gemerkt haben. So vertieft waren wir in unser Gespräch.
„Wo wohnst du eigentlich?“ – fragte ich den bunten Vogel.
„Ich habe kein Zuhause“ – meinte er.
„Und ich habe keinen Freund. Komm, du wirst bei mir wohnen!“
– Ja, das habe ich gesagt. Und seit der Zeit leben wir zusammen. Robertchen und ich. Nur noch eins muß ich Euch verraten. Robertchen ist faul und möchte am liebsten immer nur schlafen. Er ist einfach nicht wachzukriegen. Und dabei hat er mir anfangs versprochen, daß er mich jeden Morgen wecken würde! Daß ich mir keinen Wecker kaufen müsse. Na, da kann ich nur lachen! Natürlich mußte ich mir einen Wecker besorgen. Jeden Morgen stehe ich allein auf und zu allem muß ich noch diesen unverbesserlichen Faulpelz wecken! Doch das ist sein einziger Fehler. Sonst ist er prima. Mein Freund!

Nun wißt Ihr also, wie es zu der Freundschaft zwischen mir und Robertchen gekommen ist. Setzt Euch jetzt vor den Plattenspieler, bleibt mäuschenstill und hört gut zu ...

Viel Spaß wünscht Euch Euer Ferdinand
Ferdinand
Robert - der Papagei: Gerd E. Schäfer
weitere Sprecher: E. Florin, E. Matt, Hannelore Erle

Text: Andreas Bauer und Jiri Vrstala

Musik: Manfred Nitschke
Instrumentalgruppe
Leitung: Manfred Nitschke

Regie: Jiri Vrstala