Hänsel und Gretel

nach Brüder Grimm
Single LITERA 5 60 086
Covertext:
Vor vielen, vielen Jahren lebte in einem großen Wald in einer kleinen Hütte ein armer Holzhauer mit seiner Frau und seinen beiden Kindern. Der Junge hieß Hänsel und das Mädchen Gretel. Der Vater war ein fleißiger Mann – er tat alles, um seine Familie ernähren zu können, aber sein Lohn war so gering, daß keiner von ihnen richtig satt wurde. Und als zu allem Unglück noch eine Teuerung über das Land kam, wußte der arme Vater nicht mehr ein noch aus. Eines Abends war nur noch ein einziges Stückchen Brot im Hause. Was sollte nun werden?
Da riet die Frau. die Kinder in den Wald zu führen und sie dort sich selbst zu überlassen. Das sei besser, als sie hier vor ihren Augen verhungern sehen zu müssen. Den Vater dünkte dieser Rat sehr grausam, aber auch er wußte keinen anderen Ausweg und willigte schließlich schweren Herzens ein. Am anderen Morgen gingen sie zusammen in den Wald. Die Eltern meinten, Hänsel und Gretel sollten nur einstweilen schlafen, während sie ihrer Arbeit nachgingen – sie würden dann den Hunger nicht so spüren.
Als die Kinder erwachten und sahen, daß sie ganz mutterseelenallein in dem dunklen Wald waren, suchten sie verzweifelt den Weg nach Hause und verirrten sich dabei immer mehr. Endlich waren sie vom vielen Laufen so hungrig und so müde geworden, daß ihre Füße sie nicht mehr tragen wollten. Da sahen sie plötzlich mitten im Wald ein Häuschen vor sich, ein Häuschen, das ganz und gar aus Pfefferkuchen bestand. Die Kinder sprangen auf und liefen hin – Hänsel brach ein Stück vom Dach ab und biß hinein, und Gretel machte sich über eine Fensterscheibe aus durchsichtigem Zucker her. Wie das schmeckte! Auf einmal hörten sie eine Stimme aus dem Häuschen fragen: „Knusper, knusper knäuschen, wer knabbert an meinem Häuschen?“ Hänsel und Gretel erschracken ein bißchen dann antworteten sie rasch: „Der Wind, der Wind, das himmlische Kind!“ und aßen weiter. Plötzlich öffnete sich die Tür, und die häßliche, böse, alte Hexe, der das Häuschen gehörte, trat heraus. Sie stellte sich sehr freundlich und lud die Kinder zu sich ins Haus. Dort gab sie ihnen zu essen – alles, was das Herz begehrte. Und dann legte sie die Kinder in zwei schöne weiche weiße Bettchen. Aber als Hänsel und Gretel schliefen, rieb sich die alte Hexe die dürren Finger und sagte, böse lachend: „Das wird ein Festtagsschmaus!“ Sie sperrte Hänsel in einen Stall und befahl Gretel, für den Bruder zu sorgen. Das erschrockene Madchen begann zu weinen, als es sah, daß die freundliche alte Frau eine garstige Hexe war, die schon viele Kinder in ihr Häuschen gelockt hatte und, die dort das gleiche Schicksal erlitten hatten, das die Hexe auch ihr und Hänsel zudachte. Gretel bat und flehte um Erbarmen – aber die böse Hexe lachte sie nur aus und Gretel mußte tun, was von ihr verlangt wurde. Aber so schnell wollte sie nicht aufgeben. Wenn die böse Hexe ihren Tränen und Bitten gegenüber taub blieb, dann gab es nur noch ein Mittel, das nämlich, das die Hexe selbst gebrauchte: die List. Und siehe da, der Zufall kam Gretel zu Hilfe. Die garstige alte Hexe erlitt dasselbe Schicksal, das sie so vielen armen Kindern bereitet hatte und das auch Hänsel und Gretel hatten erleiden sollen. Das Böse war besiegt, und der Lohn blieb nicht aus: Die Kinder fanden große Schätze, die sie mit nach Hause nahmen. Nun konnten sie zusammen mit ihren Eltern noch viele Jahre glücklich und ohne Sorgen leben.

Hannelore
Erzähler: Günter Haack
Hänsel: Peter Groeger
Gretel: Barbara Witte
Hexe: Grete Böhme

Nach dem Märchen der Brüder Grimm
für die Schallplatte bearbeitet von Charlotte Benz

Musik: Ernst-Peter Hoyer
Instrumentalgruppe
Leitung: Gerhard Bautzmann

Regie: Werner Schurbaum