Schneeweisschen und Rosenrot

nach Brüder Grimm
Single LITERA 5 60 078
Covertext:
Vor langer, langer Zeit lebte in einem großen Wald in einer kleinen Hütte eine arme Witwe mit ihren Töchtern. Die beiden glichen dem weißen und dem roten Rosenstock vorm Fenster, und deshalb hießen sie Schneeweißchen und Rosenrot. Sie waren brave Kinder und halfen ihrer Mutter, wo sie nur konnten. Eines Abends, bei einem schrecklichen Schneesturm, begehrte ein zottiger Bär Einlaß. Bald hatten sich die Mädchen von ihrem Schreck erholt und spielten und scherzten mit dem halb erfrorenen Bären.
Das Tier blieb den ganzen Winter bei ihnen, und sie gewannen es von Tag zu Tag lieber. Im Frühjahr jedoch nahm es Abschied und zog davon. Beim Beerensammeln befreiten die Mädchen einen Zwerg, der sich eingeklemmt hatte. Dabei mußten sie ihm aber ein Stück seines Bartes abschneiden. Der Wichtel beschimpfte sie nur und ging eilends mit einem schweren Sack davon. Ein anderes Mal gingen Schneeweißchen und Rosenrot angeln. Wieder fanden sie den Zwerg in Not. Sie schnitten ihm abermals ein Stückchen seines Bartes ab, um ihn von einem Fisch zu befreien. Zum Dank beschimpfte er sie noch ärger. Als die beiden Mädchen Pilze sammeln wollten, hörten sie den Hilfeschrei ihres Bekannten, des Zwerges. Ein Adler wollte ihn wegtragen. Mit Mühe entrissen sie dem Adler das Männchen und kamen dabei selbst zu Schaden. Unter Drohungen verließ sie der Zwerg und schleppte wie jedesmal einen Sack mit sich. Auf dem Nachhauseweg entdeckten ihn die Mädchen wieder, wie er seine Schätze zählte. Plötzlich brach ein Bär durch das Gebüsch. Zitternd vor Angst bat der Zwerg um sein Leben, bot dem Bären alle seine Schätze und die Mädchen an. Aber der Bär tötete den Bösewicht. Die verängstigten Mädchen erkannten in ihm ihren Freund wieder, der sich indessen in einen jungen Mann verwandelte. Er war ein Förster, hatte dem Zwerg auch einmal das Leben gerettet und von ihm die Hälfte seiner Schätze erhalten. Doch dann hatte ihn das Männlein in einen wilden Bären verwünscht. Nun war er erlöst. Er heiratete Schneeweißchen, Rosenrot wurde seines Bruders Frau. Gemeinsam mit der alten Mutter lebten sie noch viele Jahre in der Försterei. Vor den Fenstern standen die beiden Rosenstöcke, die jedes Jahr die schönsten Blüten trugen, der eine weiße, der andere rote.

Brigitte Wicht
Schneeweißchen: Jutta Hoffmann
Rosenrot: Waltraud Kramm
Mutter: Senta Bonacker
Bär: Gerry Wolff
Zwerg: Walter Lendrich
Hase: Genia Lapuhs
Vogel: Ingeborg Möbius
Erzähler: Otto Mellies

nach Brüder Grimm
bearbeitet von Brigitte Wicht

Musik: Ernst-Peter Hoyer
Instrumentalgruppe des Staatlichen Rundfunkkomitees
Leitung: Gerhard Bautzmann

Regie: Karl-Heinz Möbius