Achtung, Wildwechsel!
Kriminalhörspiel mit Einleitungs- und Ausgangsmusik

von Sergio Günther

Single LITERA / ETERNA 5 60 065
Covertext:
„Der Krüger, Werner, wohnhaft in Berlin, beschäftigt als Kraftfahrer, steht im Verdacht des Wilddiebstahls und wird dem Vernehmungsrichter vorgeführt. Das von ihm zur Ausübung der Tat benutzte Kraftfahrzeug vom Typ H 6 ist einstweilen sichergestellt worden.“
So ähnlich hätte das Schreiben lauten können, das beinahe meinem Betriebsleiter auf den Tisch geflattert wäre. Na, das wäre eine Aufregung geworden! Und ich bin überzeugt davon, meine Kumpel hätten genauso reagiert wie meine Schallplattenfreunde, die mich nun schon aus zwei Hörfolgen kennen („Die Rumkiste“ und „Kilometerstein 18,5“). Sie hätten es mir einfach nicht zugetraut. Und sie haben damit auch ganz recht; denn Krücke, wie mich meine Kumpel nennen, macht keine krummen Geschichten, darauf gibt er allen Freunden sein Wort. Aber wie das so geht. Da finden wir doch plötzlich am Rande einer Fernverkehrsstraße – ich war wieder einmal mit meinem Beifahrer Otto unterwegs – ein verendetes Reh. Uns beiden war sofort klar, daß das Tier keines natürlichen Todes gestorben war. Obendrein handelte es sich auch nach um ein trächtiges Tier – wir hatten gerade Juni und folglich Schonzeit! Aber ehe wir auf dem nächsten Volkspolizeirevier Meldung machen kannten, kamen wir selbst in Verdacht …
Wie die Angelegenheit ausging, davon will ich heute erzählen. Mein Kumpel Otto sagt immer: „Junge, Junge, mit dir kann man was erleben!“ Und eigentlich bin ich darauf ein bißchen stolz. Ich halte immer und überall die Augen offen und unreellen Sachen wird nachgegangen. Zugegeben, dabei bin ich manchmal ein bißchen leichtsinnig, aber man muß auch einmal etwas riskieren.
Übrigens, aus der Geschichte mit dem netten Mädel, von dem ich neulich einige Andeutungen machte, ist nun doch noch nichts geworden. Schade eigentlich, aber Krücke scheint in solchen Sachen eben noch kein Glück zu haben. Und Glück braucht man wirklich ein bißchen, um den richtigen Kontakt zum richtigen Mädel zu finden. Aber noch ist ja Zeit; vor allem in solchen Dingen darf man nichts erzwingen wollen. Warten mir ab, wie alles noch kommt. Ich halte meine Freunde natürlich auf dem laufenden. Also dann, alles Gute bis zum nächsten Mal!

Dietrich Liebscher

Krücke: Dietmar Richter-Reinick
Otto: Fritz-Ernst Fechner
Eduard: Willi Porath
Wirt: Horst Lommatzsch
HO-Wirt: Ulrich Lauffer
VP-Meister: Rolf Ripperger

von Sergio Günther

Musik: Herwart Hoepfner
Instrumentalgruppe des Staatlichen Rundfunkkomitees
Leitung: Herwart Hoepfner

Regie: Harry Schrank