Erich Weinert spricht eigene Gedichte
Single LITERA / ETERNA 5 60 058
Covertext:
Erich Weinert spricht!
Erschien in den zwanziger und Anfang der dreißiger Jahre diese Ankündigung auf den Versammlungsplakaten, dann füllten sich in der Hauptstadt vom Wedding bis Neukölln, vom Friedrichshain bis Weißensee die Hallen und Säle. Und so war es auch in anderen Städten Deutschlands. Seit Georg Herwegh hat kein deutscher Dichter durch sein selbstgesprochenes Wort stärker auf die Massen gewirkt, sie mehr bewegt, erschüttert, gepackt und zu revolutionären Taten entflammt. Dies Bündnis des Dichters und der denkenden und kämpfenden Arbeiter hat keine Lex Weinert, haben keine Polizeibüttel, haben weder Verfolgung noch Diffamierung durch die Feinde der Arbeiterklasse zerreißen können.
Über die Kleinkunstbühne des Kabaretts fand Erich Weinert den Weg zu den Arbeitern. Sein Vater, ein fortschrittlich denkender Mann, Ingenieur von Beruf und Sozialist aus Überzeugung, hatte seinen Sohn
in Ehrfurcht vor der Wahrheit und in Liebe zu den werktätigen Menschen erzogen. Und der Sohn hat es ihm noch im späten Alter gedankt und ihm ein herrliches Denkmal in der sozialistischen Nationalliteratur Deutschlands gesetzt.
Die von Erich Weinert in Pamphleten, Gedichten, Sketsche mit ätzendem Sarkasmus entlarvten, angeprangerten Militaristen, Inflationsschieber, Korruptionspolitiker, Moralheuchler, Geldsackreaktionäre, Arbeiterbonzen, Arbeiterverräter haben ihn wütend begeifert und haßerfüllt verfolgt. Aber unbeirrt ging Erich Weinert seinen Weg weiter. Er wurde Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands, der Partei Ernst Thälmanns.
Erich Weinert spricht!
Das war ein Fanal. Das war eine Fahne. Das war Sturmwind, Aufbruch zu kühner, befreiender Tat.
Erich Weinert spricht!
Das war Keulenschlag, war Stich und Hieb. War zukunftsgewisser, überlegener Hohn und Spott gegen den Klassenfeind und erlösendes Lachen.
Erich Weinert spricht!
Das war Appell an das Gute und Edle. War Humanismus der Tat. War Fanfarengeschmetter der Zukunft.
Und das war nicht nur, – das ist und bleibt.
Drei Jahrzehnte stand Erich Weinert in den Reihen der kämpfenden Arbeiterklasse. In der Illegalität und in der Emigration, bei den Freiheitskämpfern in den Internationalen Brigaden auf spanischem Boden, und als deutscher Antifaschist sprach er aus den sowjetischen Schützengräben an der Wolga zu seinen betrogenen Landsleuten, um sie vor dem sicheren Untergang zu retten. Überall teilte er mit seinen Genossen end Kampfgefährten Qualen und Leiden, erfocht mit ihnen Siege und Triumphe. Mitkämpfer, Mitleidender, Mitsieger war er, einer der Treuesten der Treuen, ein glühender Revolutionär, ein großer Mensch und Charakter, – der deutschen Arbeiter Dichter und Tribun.
Und nun, die Platte auf! Die Nadel ran!
Es beginnt mit dem ’roten Feuerwehrmann’!
Hört selbst.
Erich Weinert spricht!

Willi Bredel

|  Seite 1  |

Der rote Feuerwehrmann (1925)
Das alte Militärpferd (1929)
Der Führer (Moskau 1942)


|  Seite 2  |

Der tote Soldat klagt an! (Stalingrad 1942)
Deutschland wird nicht verloren sein (Moskau 1942)
Wem gehorsam? (Stalingrad 1942)

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .


Sprecher: Erich Weinert