Gedichte aus „Es gibt ein Buch der Liebe“

von Stepan Stschipatschow
Single LITERA / ETERNA 5 60 068
Covertext:
Tiefe Wahrheit und sittliche Lauterkeit – Frucht eines reichen Lebens – sprechen aus diesen schlichten, volksliedhaften Versen. Man meint einem guten, herzlich plaudernden Freund gegenüberzusitzen, wenn man die blutvollen, reifen Gedichte hört, deren Einfachheit das Ergebnis lebenslangen dichterischen Suchens ist. Was hier von Wind und Meer, von Kirschblüte und Maulbeerbaum, von Arbeit und Bewährung, vom Kampf des Lebens und von der Liebe, immer wieder von der Liebe gesungen wird, öffnet den Blick weit, lehrt die Umwelt schöner sehen und neu begreifen.
Nur anderthalb Jahre konnte der junge Stepan Stschipatschow die Pfarrschule in seinem Heimatdorfe jenseits des Urals besuchen, dann wurde er – eben erst neunjährig – zur Arbeit verdingt. Große Not herrschte damals in der kinderreichen Familie, deren jüngster Sproß der 1899 geborene Stepan war, und die durch den frühen Tod des Vaters, eines armen Bauern, den Ernährer verloren hatte. Im Mai 1917 zog man den Achtzehnjährigen zur Armee ein. Damals schon half er den Bolschewiki durch Verteilen von Flugblättern. Im Herbst 1919 trat er selbst in die Kommunistische Partei ein und besuchte bald darauf einen Lehrgang für Rote Kommandeure. Der einstige Dorfjunge wurde Politarbeiter der Roten Armee, der er bis zum Jahre 1931 angehörte. Schon während seiner Dienstzeit in der Armee war Stschipatschow mit literarischen Arbeiten hervorgetreten, aber erst jetzt begann sich seine Dichterpersönlichkeit zu entfalten. Durch das Studium am Institut der Roten Professur vermochte er sich endlich ein fundiertes Wissen zu erwerben und seither reifte er stetig zu dem, was er heute ist: einer der bedeutendsten Repräsentanten der sowjetischen Literatur.
Wir kennen von Stepan Stschipatschow in Deutschland bisher nur ein schmales Bändchen Gedichte. Aber allein diese wenigen literarischen Zeugnisse machen uns deutlich, welche reiche Lebenserfahrung und welche menschliche Größe von diesem Dichter ausgehen, der mit seinen Versen dazu beiträgt, daß bald „in Sonne und Regen dann liegen Schulter an Schulter Park und Fabrik.“
Unsere Aufnahme gewinnt auch noch dadurch besonderen Wert, daß neben so bewährten Sprechern wie Regine Toelg, Otto Dierichs, Günther Haack und Wilfried Ortmann der unvergessene Volksschauspieler Erich Franz zu hören ist. Seine Interpretation einiger Gedichte von Stepan Stschipatschow stammt aus dem Archiv des Deutschen Demokratischen Rundfunks.

Dietrich Liebscher

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Fraglos (Nachdichter E. J. Bach)
Der Weg (Nachdichter E. J. Bach)
Die Partisanin (Nachdichter A. Kurella)
Vom warmen Meer (Nachdichter A. Kurella)
Der Maulbeerbaum (Nachdichter E. J. Bach)
Der Wind (Nachdichter A. E. Thoss)
Wilde Kirschen (Nachdichter A. Kurella)


|  Seite 2  |

Am Meer (Nachdichter A. Kurella)
Bald der einen deine Gunst gewähren (Nachdichter A. Kurella)
Mitunter kann Glut dich erfassen (Nachdichter A. Böltz)
Graues Haar (Nachdichter A. Kurella)
Zwei Linden stehn am Tor (Nachdichter A. Böltz)
Im Sturm der Zeit (Nachdichter E. J. Bach)
Da Ewigkeit den Griffel führt (Nachdichter E. J. Bach)
Zwei Daten (Nachdichter A. E. Thoss)

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Sprecher: Regine Toelg, Otto Dietrichs, Erich Franz, Günther Haack, Wilfried Ortmann

Regie: Edgar Kaufmann