Morgenstern Gedichte

von Christian Morgenstern
Single LITERA / ETERNA 5 60 057
Covertext:
Über diese der souveränen Laune ihres Schöpfers entsprungenen Gedichte, die sich seit fast einem halben Jahrhundert unsere Liebe unverändert erhalten haben, lassen wir am besten Christian Morgenstern selbst in einem Briefe aus dem Jahre 1910 sprechen:
„Die ersten, noch den neunziger Jahren entstammenden Galgenlieder entstanden für einen lustigen Kreis, der sich auf einem Ausflug nach Werder bei Potsdam, allwo noch heute ein sogenannter Galgenberg gezeigt wird, wie das so die Laune gibt, mit diesem Namen schmücken zu müssen meinte. Aus dem Namen erwuchs alsdann das Weitere, denn man wollte sich doch, war man nun einmal eine sogenannte Vereinigung, auch das Gehörige dazu denken und vorstellen ... Was im Lauf der ersten Auflagen dann noch hinzutrat, hatte natürlich mit dem Anfangsthema nicht mehr viel gemein; da aber das ,geistige Band‘ des Humors nicht fehlte, so mußte der alte, mehr private Titel denn nun auch vor größerer Öffentlichkeit als das Neue unter seinen Flügeln aufnehmen und behalten.

Erblicken Sie also keinerlei Raffinement in diesem Humor noch, umgekehrt, gänzlich unverantwortlich empfindende naive Künstlerjugendlaune. Zunächst sollten die Lieder nichts als einigen jungen Toren, gleich mir selber, Vergnügen bereiten. Mit der Zeit aber wuchs ihr Leserkreis, ihre Anzahl, ihr künstlerischer Ernst. Sie werden zugeben müssen, daß überall lebendige Anschauung dahintersteckt, daß nirgend ein Witz gemacht, sondern eine Situation vorgestellt oder ein Vorgang entwickelt wird, daß, selbst wo ein sogenannter Wortwitz zugrunde liegt, er sich im lebendigen Leben inkarniert.

Wenn diese zwei, drei Büchlein, die für mich ja doch bloß Beiwerkchen, Nebensachen bedeuten, nur ein bißchen geistige Leichtigkeit, Heiterkeit, Freiheit verbreiten, die Phantasie beleben, nur ein bißchen von der im Posthorn gefrorenen Musik der Seele wieder auftauen, so ist es genug.“

Aus „Ein Leben in Briefen“ lnselverlag S. 401–404 (Antwort an einen Redakteur)
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Palmström an eine Nachtigall, die ihn nicht schlafen ließ
Korf und Palmström wetteifern in Notturnos

I. Die Priesterin
II. Der Rock

Die Kugeln
Die Korfsche Uhr
Palmströms Uhr
Die Mausefalle I und II



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Zäzilie I und II
Der Mond
Der Würfel
Philanthropisch
Die Zeit
Die Stationen
Das Grammophon


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Sprecher: Herwart Grosse, Willi Schwabe

von Christian Morgenstern